Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 72

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 72 (sequence 77)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2642950-2642963-2642964--0880-2643812
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

72 dass sie ״ailerley Professionen, Künste und Handwercker treiben“, . . . ״andere sind Barbirer, Mahler, Schneider u.tt und scheint auch in dem von ihm (ebendas. S. 155) genannten Orgel-Erbauer R. Maier Maler (ר' מאיר מאליר) einen Maler von Beruf gesehen zu haben, für welchen Umstand er auch spricht, dass Maier in Gemeinschaft mit dem geschworenen Schreiber Wolff Selig 1716 damit beauftragt wurde, den Entwurf zu dem Aufzug der Prager Juden gelegentlich der Geburt des Prinzen Leopold zu entwerfen 1). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hören wir gelegentlich einen ungarischen Portraitmaler Fischer nennen2) und kennen von einem ungarischen Kalligraphen und Kupferstecher M. Donat in Neitra ein 1833 durchaus in Kupfer gestochenes kleines Omerbuch (16°) das mit Tiergestalten und Engelköpfen reich ornamentiert ist und zu Anfang das ganze hohe Lied und zu Ende das ganze Buch Ruth in mikroskopischer Schrift auf je einer Seite zeigt. (Eig. Sammlung) Von bedeutenderen österreichischen Künstlern dieser Zeit ist nur dev 1806 oder 1809 in Lodenitz geborene Leopold Pollak zu nennen, der sich 1833 nach Rom wandte und sich dort als tüchtiger Genremaler bekannt machte3). Um die Mitte des 19. Jahrhunderts werden noch zwei Wiener Portraitmaler: Abrahamsen und Jacob genannt, die auch Mitglieder des kaiserlichen Hofes porträtierten4). Von sonstigen jüdischen Malern ist noch der Landschafts־ und Marinemaler Jacob Jacobs (Müller nennt ihn: Jacobus Albertus Michael Jacob) zu nennen. Er war 1812 zu Antwerpen geboren, wo er eine zeitlang Lehrer an der Akademie war und wo er auch am 9. Dez. 1879 starb5). Einen dänischen Maler Friedländer führt Wergeland (a. a. O.) als ״Mosait“ an, und nennt ebenso auch den Maler lsxnael Mengs, den Vater des Raphael Mengs; eine Angabe, die aber noch sehr der Bestätigung bedürftig erscheint. Bis in die neueste Zeit war allgemein die Meinung herrschend, dass es dem jüdischen Stamme an all und jeder Begabung für die Plastik mangle. Erst die grosse Zahl begabter und tüchtiger jüdischer Bildhauer, die in den letzten Jahrzehnten hervorgetreten, hat das Irrige dieser Meinung dargethan. War aber auch bis dahin von der Existenz jüdischer Bildhauer kaum irgend etwas allgemeiner bekannt, so hat es solche, wenn auch nur ganz vereinzelt, doch schon seit Jahrhunderten gegeben. Haben wir doch schon aus dem Beginn des 13. Jahrhunderts von einem l) Allg. Zeit. d. Jdnt. 1880. S. 589. ף Allg. Zeit. d. Jdnt. 1839. S. 673. Ä) Müller, Künstlerlex. u. Wertheimer Jahrb. 1858. S. 77. 4) Wertheimer, Jahrb. 1858. S. 287. ף Allg. Zeit. d. Jdnt. 1880. S. 154.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.