Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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69 2 Hefte, die er Gotthold Salomon widmete1). Ferner (um 1827) der aus Rheinpreussen stammende Landschaftsmaler Max Meisheimer2), und (um 1847) der dort 1829 geborene Ludwig oder Louis Neustätter. Er schuf wie Müller (Lexikon der Künstler der Gegenwart) sagt: ״zahlreiche sehr anziehende“ Genrebilder, und wurde durch das österreichische goldene Verdienstkreuz und den Michaelsorden ausgezeichnet3). Um die Mitte des 19. Jahrhunderts finden wir in München auch den aus Prag gebürtigen Landschafts• maler (und Dichter) Mathias Wehli4). Auch in den Rheinlanden und in Frankfurt begegnen wir einigen jüdischen Künstlern. Einen Formschneider Moses führt Nagler als Juden an, der um 1825 zu Offenbach für Buchhändler arbeitete, aber nur ״mittelmassige Arbeit“ lieferte. Von dem Lithographen Abraham Neu kennen wir eine von ihm gezeichnete und lithographierte Ansicht der Wormer Synagoge, die er ״dem hochlöblichen Vereine .zur Verbesserung des Zustandes der Israeliten in Worms aus Dankbarkeit“ um 1830 widmete. (Eig. Sammlung). Als Architekturmaler (ursprünglich Dekorationsmaler) machte sich der zu Mannheim 1806 geborene Maier Salomon Sondheimer (auch Sontheimer oder Sondheim) bekannt. Nagler, der einige seiner Bilder aufführt, sagt von denselben: ״Es finden sich mehrere schöne architektonische Ansichten von seiner Hand, die in Perspektive und Färbung Vorzüge besitzen“. Einen ״Künstler von fruchtbarer Phantasie und tüchtiger Gewandtheit, der sich sowohl durch treffliche Nachbildungen, als durch eigene Kompositionen, besonders im mittelalterlichen Stile, wie auf dem Gebiete der politischen und gesellschaftlichen Satyre einen Namen erworben“, nennt Müller den 1808 zu Köln geborenen Lithographen, Arabeskenzeichner und Maler David Levi Elkan. U. a. führte derselbe auch 1847 die Dankadresse der Krefelder jüdischen Gemeinde für den Abgeordneten v. Beckerath aus 5). In Düsseldorf besuchte der aus Danzig stammende Genre- und Portraitmaler Meyer Michaelson um 1833 die Akademie. Nagler, der ihn als Juden kannte, führt einige seiner ״schönen Bilder“ auf. In Frankfurt endlich arbeitete seit 1825 der in Hanau 1799 geborene Moritz Oppenheim, der Maler der allbekannten Bilder aus dem jüdischen Familienleben. Seine Biographie schrieb Gabriel Riesser im Kiein’schen Jahrbuch 1854. Auch im Norden Deutschlands finden sich einige jüdische Künstler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor, so in Hamburg ף Ebendas. 1839. S. 359 u. 1854. No. 30. 2) Nagler a. a. 0. u. gef Mitteilung d. Herrn Dr. Jacob Hirsch. 3) Allg. Zeit. d. Judent. 1854. No. 34. 4) Ebendas. 1854. Nr. 22. 6) Ebendas. 1847. S. 476.