Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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68 auch der Portraitmaler Jakob Solmar, der daran m Schwerin Zeichenlehrer wurde, aber nur einige 30 Jahre alt, bereits 1832 verstarb 1). Gleichzeitig mit dem Genannten erhielt in Berlin auch der später zum Christentum übergetretene Eduard B ende mann seinen ersten Unterricht, der übrigens zu bekannt, als dass es nötig wäre, hier über seine Arbeiten zu berichten. Das Gleiche gilt ja auch von den Brüdern Philipp und Johann Veit, die als Kinder bereits von ihrer Mutter, der Tochter Moses Mendelssohns, dem Christentume zugeführt wurden. Nur wenige Jahre später, 1831, trat der um 1808 in Königsberg (nach anderen in Gumbinnen) geborene Julius Moser in Berlin in das Hänsersche Atelier ein. Er erhielt 1836 und, nachdem er inzwischen in Paris und Italien studiert, nochmals 1838 den Michael Beer-Preis. Müller (a. a. O.) sagt von ihm: ״Was sein Talent besonders aus״ zeichnet, ist Erfindungsgabe und poetische Richtung der Ideen‘‘2). Zwischen 1847—53 endlich sehen wir den 1819 als Sohn des bekannten Abraham Muhr in Pless geborenen Julius Muhr in Berlin für W. v. Kaulbach an den dortigen Wandbildern arbeiten3). Auch in der süddeutschen Kunstzentrale, in München finden wir in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine grosse Anzahl von Juden künstlerischer Thätigkeit beflissen, und darunter aus einer Familie gleich drei Mitglieder, den aus Fürth stammenden Isaak Wolfsheim er, der Bildnisse und andere Dar&iellungen in Miniaturmalerei lieferte, und 1821 eine von ihm erfundene Graviermaschine dem politechnischen Verein vorführte, den 1807 zu Bamberg geborenen Moritz Wolfsheimer, der in Nürnberg Schüler von H. Guttenberg war, Bildnisse in 01 und Miniatur lieferte und 1840 in München starb, und den Porzellanmaler Joseph Wolfsheimer4)• Der Porzellanmalerei, die in München durch die ihr dort zuteil werdende offizielle Förderung in Blüte stand, widmeten sich dort weiter: Marcus Stern4) (um 1845), der in Lichtenfels geborene Brüll5) und der 1854 dort an der Cholera verstorbene Nathan Prager, der übrigens auch Leutnant der Nationalgarde war6). Andere jüdische Künstler lagen in München ihren Studien ob, so der um 1817 in Hürben geborene Maler und Lithograph Leopold Dick, der 1848 Professor an der Königlichen Kreisgewerbeschule in Kaiserslautern wurde und als solcher dort am 23. Juni 1854 starb. Er lieferte: ״Hauptmomente des Alten Testaments in lithographischen Bildern nach Raphael“» *) Nagler a. a. 0. *) Allg. Zeit d. Jdnt. 1840. 8. 132. s) Müller a. a. 0. u. AUg. Zeit. d. Jdnt. 1894. S. 34. Umschlag. 4) Nagler a. a. 0. u. gef. Mitteilung d. Herrn Dr. Jacob Hirsch. s) Allg. Zeit. d. Juden! 1841. S. 660. •) Ebendas. 1864. No. 90.