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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 67

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 67 (sequence 72)
Language
German
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67 Aron Beer.1) Ferner nennt Davidson noch den Miniaturmaler Seliger,2) dessen Portraits grosse Aehnlichkeit Daehgerühmt wurde, den Landschaftsmaler Schlesinger,3) den Portraitmaler Flies und den 1756 zu Potsdam geborenen Historien־, Portrait- und Tiermaler Karl Daniel Friedrich Bach, der, nachdem er zum Christentum übergetreten war, Professor und Vorsteher der Kunstschule zu Breslau wurde, wo er auch 1826 starb.4) Ein anderer jüdischer Maler: Bacher, der ebenfalls um das Ende des 18. Jahrhunderts in Berlin lebte, wird von Geiger 5) genannt. Sicher war aber die Anzahl der um diese Zeit in Berlin arbeitenden jüdischen Künstler eine ungleich grössere, nur dass wir dieselben nicht als Juden kennen. So darf man wohl mit Sicherheit in den von Nagler genannten Pastellmalern M. Levi oder Levy und Itzig, dem Miniaturmaler Elkan und dem Kupferstecher M. Abramson den Jüngeren, von dem wir nur das Portrait Hirschei Levin’s (nach Krüger)6) kennen, Juden vermuten. Das Gleiche gilt wohl auch von detn Kupferstecher Sansom (? שנשוץ), dem wir das nach Schabracq gestochene Portrait Salomo Dubno's verdanken7). Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts aber begannen die von Goethe belobten Gebrüder Henschel als Kupferstecher in Berlin zu arbeiten, von deren Lebensumständen aber kaum etwas bekannt zu sein scheint8). Am Ende des zweiten Jahrzehnts bildete sich hier in seiner Vaterstadt der Genremaler Isaak Jakob, der später um 1835 nach Düsseldorf ging. Er lieferte Genrestücke und Szenen aus Dichtungen. Von seinen Arbeiten sagt Nagler: ״sie beurkunden in der sinnigen Auffassung des Gegenstandes ein erfreuliches Talent, das Tüchtiges zu leisten imstande ist“ 9). Jacob ' ist vielleicht identisch mit dem Maler ״Jacobs“, von dem die Zeit des ^Judentums 1841, S. 323 berichtete, dass er für seine Erfindung, Ölgemälde zu reproduzieren, vom König von Preussen eine Pension von 500 Thalern ausgesetzt erhielt. Zur gleichen Zeit studierte hier, und später in Dresden, נ) Wolf, d. jiid. Berlin im Gedenkbuch f. D. Kaufnanu. *) Nagler kennt 2 Berliner Seeliger, den Miniaturmaler Friedrich S. um 1790 u. d. Maler u. Kupferstecher C. W. S, der im Auf. d. 18. Jahrh. ebenfalls Miniaturbildnisse lieferte. :}) Nagler nennt ihn S. Schlesinger, Zeichner und Maler um 1790 in JBerlin. 4) S. Müller, Künstlerlexikon. י) Zeitschrift f. d. Gesch. d. Juden in Deutschland. IV. S. 63. fi) S. Wolf a. a. 0. ד) Ebendas. (Ueber das frühe Vorkommen des Namens שנשןן s• Oest Wochenschr. 1901, S. 535). 8) Goethe, Ueber Kunst u. Alterth. II. 2. 73 u. IV. 1. 51. u. Güdemann i. II. Jhrsb. d. Gs. f. S. u. Kons. jüd. Altertümer S. 54. 9) S. auch Allg. Zeit. d. Jdnt. 1837. No. 28.

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