Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Pinhas del. unterschriebene Portrait Simon Kalkars gefertigt sein, das nach dessen Ableben auf Veranstalten Heinemann’s vonSchroeder gestochen wurde, um es Israel Jacobson zu widmen (Eig. Sammlung). Ob und in welcher verwandtschaftlichen Beziehung der Maler G. Pinhas, der 1780 ein Portrait des Saul Levi lieferte, das nach ihm C. F. Fritzsch gestochen (eig. Sammlung) und der von Nagler genannte H. Pinhas, der im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts Stahlstiche für Chauber’s Geschichte Friedrich des Grossen lieferte, zu den Vorgenannten gestanden, war nicht zu ermitteln. Einen Schüler des Salomon Pinhas dürfen wir wohl in dem aus Kassel stammenden Miniaturmaler David Fiorino sehen, der 1824 nach Dresden kam, wo er sich mit der Schwester des jüdischen Portraitmalers Carl Elb (verschiedene seiner Bilder im Besitze meiner Familie) verheiratete. Anscheinend nahm er um 1830 die Taufe, da in dem Dresdener Adressbuch vom Jahre 1831 (das von 1830 war mir nicht zugänglich) in der Wohnung, die bis dahin der Maler David Fiorini innehatte, nunmehr ein Maler Friedrich Alexander Fiorino angeführt ist. Er arbeitete mehrfach für den sächsischen Hof und finden sich 2 seiner Miniaturen in der Dresdener Gemäldegallerie, andere im dortigen Kunstgewerbe-Museum, ein Familienbild in meinem Besitz. Gleichzeitig mit Fiorino arbeitete in Dresden auch der dort 1798 geborene Maler und Lithograph Gustav Wolf. Er lieferte hauptsächlich Portraits, darunter das von Carl Maria v. Weber, in dessen Hause er verkehrte. Viele seiner Familienbilder sind auch in meinem Besitz. Weiter lieferte er akademische Zeichenvorlagen und eine kleine Ausgabe des Dresdener Galleriewerkes, welches sich aber nach Nagler ״über die Mittelmässigkeit nicht erhebt“. Was Nagler über seine verwandtschaftlichen Beziehungen sagt, beruht auf Irrtum. Ein anderer in Dresden ca. 1818 geborener Maler und Lithograph Veit Meyer ging früh nach Petersburg, wo er, um dort bleiben zu dürfen, die Taufe nahm. Auch ein Kupferstecher untergeordneter Bedeutung arbeitete hier, in seiner Vaterstadt, in den 40. Jahren des 19. Jahrhunderts, Meyer Selig Kohn, von dem man einige seinen Namen zeigende Buchkupfer kennt. Früher als in Dresden findet sich in Berlin eine Anzahl jüdischer Künstler vor. Davidson1) benennt einige derselben, die zu seiner Zeit (1798) arbeiteten. Darunter den Kupferstecher B. H. Bendix, der nach Nagler um 1770 geboren wurde. Von seinen Arbeiten kennen wir das Portrait seines Lehres Daniel Berger (nach Weitsch), das im Aufträge Israel Jacobson’s gestochene Portrait von dessen Vater Israel Jacob und das schöne geschabte Portrait des Berliner Vorbeters *) Ueber die bürgerl. Verbesserung d. Juden. Berlin 1798.