Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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64 lieh verdient es auch noch der Erwähnung, dass ein Pariser Jude: Salomon Perpignan zu den Begründern der 1767 ins Leben gerufenen königlichen Zeichenschule (Freischule) zählte.1) Sehr spät erst hören wir in Italien jüdische Künstler nennen. Zuerst den 1789 in Mailand geborenen Zeichner und Kupferstecher Samuel Jesi. Seine Verstossung der Hagar wurde von der Mailänder Akademie gekrönt und für sein Bildnis Leo X. mit den Kardinälen Rossi und Giulio Medici erhielt er das Diplom eines correspondierenden Mitgliedes der Akademie zu Paris und die Ehrenlegion.2) Nach seinem 1853 erfolgten Ableben veram stalteten seine Verehrer und Freunde zu seinem Andenken eine Medaille (Eig. Sammlung). Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hören wir noch nennen: die Landschaftsmaler Alessandro Finzi in Mailand3) und Giuseppe Coen in Ferrara, der die päpstliche Medaille für Kunst erhielt und mehrfach vom Modenaischen Hof beschäftigt wurde.4) Weiter den Historienmaler Rafaele Mila in Mailand, 5) den ebenfalls in Mailand arbeitenden, aber in Paris geborenen Maler Jacmain, der ein Enkel des Cav. Abr. di Cologna war,6) und den aus Nizza stammenden Maler Rafaele Pontremoli.7) Aus Polen ist nur ein älterer jüdischer Kupferstecher: H. Leibovicz in Nieswiez anzuführen, der um 1758, wie Kraszewski,8) der ihn ausdrücklich als ״Israelite“ bezeichnet sagt, 165 Portraits stach zu dem nur in wenigen Exemplaren bekannten Werke: Icones Familiae Radivilanae ex originalibus in gazophylacio ordinationis ab antiquo servatis picturis desumptae inscriptionibus etc. illustratae, ab 1346 ad 1758. Nevisii. fol. Auch in Amerika, wo sich in neuester Zeit eine ganze Anzahl jüdischer Künstler bekannt gemacht hat,9) lässt sich vor Mitte des 19. Jahrhunderts kein solcher nachweisen, und auch aus dieser Zeit kennt man nur einen einzigen, den 1815 in Charleston S. C. geborenen Maler, Schriftsteller und Erfinder Salomon Nun es Carvalho, der 1853 John C. Fremont bei seiner berühmten Expedition, in seiner Eigenschaft als Maler begleitete.10) In Deutschland, wo die Morgenröte der Freiheit für die Juden erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu dämmern begann, f) Kahn, EbeDdas. S. 55. 2) Müller, Künstler-Lexikon. 3j Allg. Zeit. d. Judent. 1855, S. 348. 4) Busch, Kalender 1854, 8. 129. 5) Allg. Zeit. d. Judent. 1855, S. 348. 6) Busch, Kalender 1854, S. 129. ') Wertheimer Jahrbuch 1858, S. 287. 8) Cat. d’une Collection Iconographique Polonaise. Dresde (1865) S. 286. 9) Markens, The Hebrews in America. 10) Ebendas. S. 204.