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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 63

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 63 (sequence 68)
Language
German
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63 auch in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ein jüdischer Maler in Paris, wenn wir aus dem Umstand — seine Heimat kennen wir nicht — dass dessen einzige uns bekannt gewordene Arbeit, ein Portrait Ali Bey’s in Paris von Wallaert (1763—73) gestochen wurde, hierauf schliessen dürfen. Der Stich trägt die Unterschrift: Dessine en Egypte par Isaac Moureb (oder Movreb) P(ein)tre Juif, grave par Wallaert. A. Paris, kl. 4°.!) Gleich im Beginn des 19. Jahrhunderts lassen sich aber in Frankreich jüdische Künstler sicher nachweisen, indem die Liste der jüdischen Bevölkerung von Paris vom Jahre 1809 (2908 Seelen) den Miniaturmaler Etienne Marchand, die Porzellanmaler Meyer Menasse, Abraham Lambert, Raphael Marx, Salomon David und den Emailleur Isaac Meyer benennt.1 2) Etwas später war in Paris der um 1796 zu Bliescastel in Bayern geborene Maler Jacobber (eigentlich Jacob Ber) thätig. Er war Schüler des Gerard van Spuendonck und dann längere Zeit als Blumen- und Früchtemaler, welches Fach er ausschliesslich wählte, in der Mannfaktur zu Sevres angestellt. Im Jahre 1831 und 1834 erhielt er die Medaille zweiter, im Jahre 1839 für ein Gemälde, das in die Gallerie Luxembourg kam, die erste Klasse, und im Jahre 1843 wurde ihm die Ehrenlegion zu teil.3) Seine Gattin Worms-Jacobb e r ׳war gleichfalls Künstlerin, und malte, wie Nagler meldet, ebenfalls Blumen- und Fruchtstücke Sie könnte vielleicht die Schwester des von Nagler genannten Zeichner und Stahlstecher (um 1850) H Worms sein, von dem aber nicht bekannt, ob er Jude war. Gleichzeitig mit Jacobber lebte in Paris auch der Zeichner und Kalligraph David Rosenberg, der ursprünglich Rabbiner in Glückstadt und Oldenburg war, ehe er 1828 nach Paris ging, wo er, nachdem er dort Mathemathik und Geographie studiert hatte, Anstellung in der K. Bibliothek fand und sieh durch verschiedene Tableaux kabbalistischen und maurischen Inhalts bekannt macht(‘ (darunter das kolossale Tableau: L’Origi'ne de Culte mosaique). Auch ein 1828 zu Brüssel herausgekommenes lithographisches Gedenkblatt zu Mendelssohn*s 100jährigem Geburtstag kennt man von ihm.4 5) Um die Mitte des 19. Jahrhunderts aber begannen in Paris die Maler Emile Levy, Aug. Hadamard und Benjamin Ullmann, der Kupferstecher Gustave Levv und die Zeichner Ab. Ullmann und Philippe Ullmann zu arbeiten.’״) Schlioss- 1j S. Nagler, Künstlerlexikon unter Movreb und Wallaert. ־) Kahn, Les professions manuelles. S. 68. 3) Müller, Künstlerlexikon. Nouv. Biographie generale. Allg. Zeit. d. Judenth. 1843. S. 433. 4) Jost, Neuere Gesch. d. Israeliten I. S. 269. Archives Isr. I. 1840. S. 575. u. eig. Sammlung. 5) Kahn, Les Juifs ä Paris. S. 170 (für Benj. Ullmann s. Arch. Lsr. XIX. 1858. S. 729.

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