Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2642950-2642963-2642964--0870-2643802- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
62 ״Temple of Ezekiel“ (London 1824) vorgebunden. Er starb, nicht wie Nagler meint, um 1810, sondern erst 1838.J) Auch Aron Mendoza darf hier erwähnt werden, da er die 6 Kupfer zu seinem Schriftchen: ״Dinim de Sehita y Bedica (London, 5493=1733) selbst gezeichnet hat.l 2) Der Kupferstecher Salomon Polak war zwar (1757) im Haag geboren, lebte aber von 1790 bis zu seinem 1839 in Chelsea erfolgten Tod in England, respect 1835 in Irland. Er lieferte Portraits (darunter das des Vorbeters der ״New Synagogne“ Myer Levi) und Miniaturen, radierte aber auch wie Singer (Allg. Künstler-Lexicon) sagt ״Abbildungen für eine jüdische Ausgäbe der Bibel.“ Darunter dürfte wohl die von David Levi, London 1785 veranstaltete Pentateuch-Ausgabe (hebr. mit engl. Ueber- Setzung und Anmerkungen) zu verstehen sein. Das Datum: ״cirka 1750“ für Myer Levy in dem Catalog der Anglo Jew. Exhibition (No. 1005) scheint demnach irrtümlich zu sein. Von Künstlern, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in England arbeiteten, sind noch Abraham Salomon (1824—62),3) dessen weniger bedeutende Geschwister Simeon und Rebecca Salomon4) und der 1806 zu Plymouth geborene Historien- und Architekturmaler Salomon Alexander Hart zu nennen, der 1840 Mitglied und 1854 Professor der Königlichen Akademie zu London wurde. Er starb 1881.5) In Frankreich, wo vom Eisass abgesehen bis zur 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts Juden nur in sehr geringer Anzahl wohnten, lebten sie, abgesehen von den Portugiesen, die sich einiger Privilegien erfreuten, bis zum Beginne der Revolution in ziemlich gedrückten Verhältnissen. Es kann daher nicht wundernehmen, wenn sich erst im Beginne des 19. Jahrhunderts sichere Spuren von Kunstbestrebungen dortiger Juden nachweisen lassen. Wenn man freilich einer Angabe Oettinger’s Moniteur des dates Glauben schenken will, so hätte es dort allerdings bereits im 17. Jahrhundert einen jüdischen Maler und Kupferstecher gegeben, indem Oettinger von dem bekannten französischen Finanzmann Samuel Bernard, Comte de Coubert-en-Brie, den er jüdischen Ursprungs sein lässt, sagt, dass er der ״Sohn des holländischen (sic!) Malers und Kupferstechers gleichen Namens“ sei. In Wahrheit ist es aber sehr zweifelhaft, ob der genannte Finanzmann wirklich jüdischen Ursprungs war.6) Möglicherweise lebte aber l) Ebendas. S. 227. '2) Roest, Cat. AlmanzL S. 276. 3) Jew. Year. Book 190.0. S. 238 und Dictionary of National. Biogr. LIII. S. 216, wo seine sämtl. Arbeiten verzeichnet sind, ßbendas 5) Jew. Year Book 1900. S. 216. u. Müller, Künstlerlexikon. 6) Kahn. Les Juifs de Paris. S. 49.