Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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61 II. S. 645—47).*) Als geistvoller Genremaler dagegen machte sich der 1821 im Haag geborene David Bles bekannt. Er erhielt 1850 den Orden der Eichenkrone und später auch die Ehrenlegion.* 2) Weiter arbeiteten mit den Vorgenannten gleichzeitig die Maler Teixeira de Mattos, der vorher seinen Studien in Lissabon obgelegen3) und Gabriel Henriques de Castro, der 1808 zu Amsterdam als Sohn des David Henriques de C. und der Rachel da Costa Gomes de la Penha geboren wurde. Er lieferte Blumen-, Frucht- und Wildstücke, wurde 1835 zum Mitglied der Königl. Akademie der bildenden Künste zu Amsterdam ernannt, und starb 22. Nov. 1853.4) In seiner Familie scheint übrigens die künstlerische Begabung erblich gewesen zu sein, denn in dem Catalog der Wittwe Henriques de Castro (Amsterdam 1895) finden sich 2 aquarellierte Landschaften (No. 508) und zwei farbige, Spielkarten für Whist und Tarok darstellende Zeichnungen (No. 490) die 1760 von M. H. de Castro gefertigt wurden; eine 1768 von A. H. de Castro gemalte Aquarelle, eine nackte weibliche Gestalt vorstellend (No. 520) und eine Sammelmappe mit Zeichnungen von Mitgliedern der Familie de Castro und Mendes da Costa (No. 521). Wenden wir nun den Blick nach England, so sehen wir gegen Ende des 18. und im Beginn des 19. Jahrhunderts auch dort einige jüdische Künstler arbeiten. Es sind dies: der 1757 zu Exeter geborene Kupferstecher Ezekiel Abraham Ezekiel, der gleichzeitig auch Miniaturmaler und Optiker war. Nagler kennt von ihn! die nach J. Opie gestochenen Portraits des Arztes Thomas Glass und des Chirurgen John Patez. Anderweit ist von ihm auch noch ein Portrait Sir Joshua Reynold’s bekannt, welches Ezekiel ebenfalls nach Opie stach. Er starb 1806.5) Ferner der um 1806 arbeitende Kupferstecher Joshua Lopez6) und der um 1803 arbeitende Portraitmaler Benjamin Barlin, ein Sohn des Vorbeters der Chatam Synagoge in London. Man kennt von ihm das Portrait Salomon Herschel’s, das nach ihm W. Holl stach, und das Portrait Raphael Meldolas, das nach ihm der Folgende stach7): Salomon Bennett (Nagler nennt ihn irrtümlich Bennet Salomon), Hebraist und Kupferstecher, war 1761 in Plozk geboren und lebte erst in Petersburg und (1795 — 99) in Berlin, wo er ausserordentliches Mitglied der Königlichen Akademie wurde. Sein von ihm selbst nach Frazer gestochenes Portrait findet sich seinem 9 Gef. Mittl. d. H. Hl!s. 2) Müller a. a. O. u. Allg. Zeit. d. Judent. a. a. 0. Nagler a. a. 0. u. Allg. Zeit. d. Judent. 1837. S. 152. 4) Immerzeel a. a. 0. 6) Jew. Year Book 1900. S. 229. 6) Ebendas. S. 233. י) Ebendas. S. 226.