Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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60 gleichzeitig mit Wolf dürfte auch der Maler und Kupferstecher Jeremias Snoek in Holland gelebt haben. Wir kennen von ihm nur ein Architekturbild, die Synagoge in Rotterdam,l) das er auch in Kupfer stach2) und ein Portrait des Rotterdamer Oberrabbiner Arjeh Löb Breslau (gestochen nach G. J. v. d. Berg). Etwas später wohl arbeitete der 1792 zu Leyden geborene Maler Ezechiel Davidson. Ursprünglich Landschafter, widmete er sich später der Portrait-, Genre- und Historienmalerei Zu seinen besten Arbeiten gehört seine Gräfin von Egmont vor dem Herzog von Alba, welches die Königin von Holland 1824 ankaufte. Die Portraits seines blinden Vaters und seiner Mutter — um dieselben besser unterstützen zu können, blieb er unvermählt — befinden sich noch 1m Besitz seiner Familie. Er starb in seiner Vaterstadt am 4. Juni 1870.3J Weiter arbeiteten in Holland gleichzeitig mit Davidson der Maler J. Mendes da Costa in Amsterdam, der 1825 in Harlem ״Die Standhaftigkeit“ ausstellte4), der hauptsäch lieh als guter Copist bekannte S. Cohen Pareira, der 1825 in Harlem ״Die Muse Terpsichore“ ausstellte,5) und der 1819 in Amsterdam geborene Moritz Ca lisch, ein Schüler J. A. Kruseman’s, dessen Talent sich so früh entwickelte, dass er bereits mit 15 Jahren eine doppelte silberne Medaille und einen Geldpreis erhielt. Calisch lieferte Genrebilder, Portraits (darunter den Vorsteher der portugiesischen Gemeinde zu Amsterdam Mose Henri״ ques de Castro, den Haager Oberrabbiner B. S. Berenstein) und auch Historienbilder, von denen einige in den Besitz Napoleons III. gelangten. 6) Schliesslich seien hier auch noch die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Holland blühenden jüdischen Künstler erwähnt, von denen der Landschaftsmaler Salomon Leonardus Verveer der bedeutenste war. Dieser war 1813 im Haag geboren und starb auch daselbst 1876.7) Seinem Andenken wurde eine Medaille gewidmet (Eig. Sammlung). Ein anderer tüchtiger Landschaftsmaler und Stecher war der 1822 zu Hertogenbosch als Sohn des Advokaten beim hohen Rat Bernardus Ilnrtogensis und der Rebecca Cassel geborene J oseph Hartogensis, dessen Talent sich so früh entwickelte, dass er schon mit 15 Jahren Schüler Dubois5 wurde. Seine Arbeiten verzeichnete Kramm (a. a. 0. ') Cat. Anglo-Jew. Exhib. No. 1281. ־) Cef. Mitteilung des Herrn Hillesum, dessen Urgrossvater Snoek war. ") Kramm a. a. O. u. gef Mitteil. d. Herrn Hillesum. 4) Ebendas, u. gef. Mttl. d. H. HUs. ל־ Ebendas, u. gef Mttl. d. II. Hlls. c) Immerzeel. Levens en werken der Hollandsche en Vlaamsche Kunstsohilders etc. u. Allg. Zeit. d. Judent. I8f>(5. No. 48. ‘) Immerzeel. wos. sein Portrait gegeben u. Allg Zeit. d. .Indent. 18öH, No. 48. ' “