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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 59

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 59 (sequence 64)
Language
German
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59 tragen die Unterschrift: A. Sant Croos sculpsit und hebräisch. ע״י אהרן בר אברהם ישראל יצ״ו.A) Weiter arbeitete zu der gleichen Zeit im Haag auch der Kupferstecher Abraham Isak Polack, der als Verfertiger hübscher Ex-libris bekannt war* 2) und von dem auch ein Portrait des Saul b. Isaac ha Levi, Ab beth din im Haag vorliegt (Eig. Sammlung). Der Familie Polack, der ersten aschkenasischen Familie, die im Haag einwanderte7 gehörten noch zwei weitere Künstler an: Salomon Polack, von dem an anderer Stelle zu sprechen ist, und D. P. Polack, der um 1820 als Maler in Amsterdam arbeitete. Seine Arbeiten wurden, wie Nagler (a. a. 0.) sagte ״nicht ohne Beifall betrachtet.4‘ Es waren dies Landschäften mit Vieh, totes Wild u. a. Gleichzeitig mit dem Zuletztgenannten arbeitete noch eine Anzahl weiterer jüdischer Künstler in Amsterdam, teils als Maler, teils als Kupferstecher. Zunächst verdient als tüchtiger Kupferstecher Abraham Lion Zeelander genannt zu werden. Er war 1789 in Amsterdam geboren, erlernte seine Kunst von J. E. Marcus, erhielt 1821 als höchsten Preis der Zeichenakademie eine goldene Medaille und wurde später zum Mitglied der Staatsakademie der schönen Künste und zum Ritter des Ordens von der Eichenkrone ernannt. Zeelander stach nach Dou. Brondgeest, Noel und Overbeck, lieferte aber auch Blätter eigener Erfindung und stach die Gallerie des Königs Wilhelm II. in Umrissen. Auch ein 1813 gefertigtes Portrait des Amsterdamer < *berrabbiner Samuel Bereustein haben wir von ihm (Eig. Samm- Jung). Sein eigenes Portrait, nach II. W. Caspars, kommt in dem Kupferstichwerk von J. E. Marcus vor. Zeelander starb 1856.3) Gleichzeitig mit Zeelander arbeitete auch Moritz Dessauer als Kupferstecher und Maler in Amsterdam, wo er um 1815 ebenfalls der Staatsakademie als Mitglied angehörte.4) Ein anderer tüchtiger Künstler dieser Zeit war auch Benjamin Wolf. Geboren zu Dessau um 1770 (nach Müller 1758) wurde er vom Herzog Franz von Anhalt-Dessau zur Vervollkommnung in seiner Kunst nach Rom gesandt, nachdem der Herzog ihn und seinen Bruder, den nachmaligen Mathematiker Isaak Wolf in Berlin (die Söhne eines höchst orthodoxen Talmudisten) vorher auf seine Kosten das Basedow sche Philantropin besuchen liess. Wolf liess sich in der Folge in Amsterdam nieder, wo er als Inspector des Reichsmuseums 1825 starb. Er lieferte zunächst Miniaturportraits. später aber Historienbilder und Zeichnungen nach berühmten Meistern.5) Wohl ') Eiitige Mitteilung des Herrn J. M..Hillesum. ־) Dies wurde Herrn Hillesum im Amsterdamer Kupferstichkabinet mitgeteilt. •') Müller, Küustlerlexikon u. Sulamith V. 2. S. 287. 4) Ebendas. r’) Müller a. a. 0. u. Allg. Zeit. d. Judent. 189n. No. 8.

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