Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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57 wurde aber von den holländischen Juden nicht blos auf diese Weise unterstützt, sondern sie wurde auch von ihnen teils berufsmassig, teils dilletierend, selbst ausgeübt. So stach der Sohn des Jacob (Israel) Belmonte und der Simcha alias Gimar Vaz 1642 das Portrait seiner Mutter, von dem 1 Exemplar, vermutlich als Unicum in der in dem Besitz der Amsterdamer portugiesischen Gemeinde befindlichen Handschrift des Werkes von David Franco Mendes: ״Memorias do estabelecimento e progresso dos Iudeos Portuguezos e Espanhoes nesta famosa cidade de Amsterdam44 sich vorfindet.1) Ungefähr um die gleiche Zeit war auch, erst in Middelburg und späte* * in Amsterdam Jakob Jehuda Leone Templo (1603— nach 1671) als Gelehrter und Künstler thätig. Er fertigte nicht nur die Kolossalmodelle des Stiftszeltes und des Tempels Salomonis, welch letzteres 1643 die Königin Henrietta Maria von England ankaufte, sondern lieferte auch den Entwurf zu dem Wappen der Grossloge der englischen Freimaurer und mehr als 200 Figuren zur Illustration talmudischer Objekte, die sein Sohn Salomo Templo an Surenhuys für dessen lateinisehe Misehna Uebersetzung und Komentierung überliess. Unter diesen Illustrationen befanden sich auch Vignetten, um sämtliche talmudische Traktate durch ein Charakterbild oder einen einzelnen Zug zu veranschaulichen. Surenhuys hat sie vor jeder der sechs Mischnaordnungen abdrucken lassen. Manche dieser Vignetten sind sehr sinnreich ausgeführt 2) Etwas später, gegen Ende des 17. Jahrhunderts finden wir in Amsterdam drei jüdische Kupfer- Stecher arbeiten. Von dem einen, dem bereits oben (S. 55) als Kalligraphen erwähnten Benjamin Senior Godines kennen wir nur ein B. G. bezeichnetes Kupfer, das er seinem ס״ירמת Orden de Bendiciones y las ocaziones en que se deven dezir .... Amsterdam. Alb. Magnus. 5447=1687. 12° beigab. Auch von B. de Almeyda kennen wir nur eine 1693 gefertigte Vignette zu Manuel de Sousa Moreyra, Teatro historico genealogico y panegyrico a la immortalidad de la casa de Sousa, dessen übrige Kupfer aber von P. Giffart herrühren.3) Mehr Arbeiten kennen wir dagegen von dem dritten Kupferstecher: Abraham ben Jakob. Dieser lieferte das Titelblatt und wahrscheinlich auch die Kupfer zu der Amsterdamer Haggadah von 1695, das Portrait des Ishak Aboab (1697) und die Kupfer zu Jesaia b. Abr. Horwitz: שני לוחית הברית ed. Amsterdam. Immanuel ben Joseph Athias 1698. Von seinen Lebensumständen wissen wir nur, dass er anscheinend christlicher Abkunft war, da er das erwähnte ג) Ebendas. S. 54, Anmerkung *) Graetz, Gesch d. Juden, X.. S. 200 f. u. Kaufmann, im Anhang z. Hagg. v. Serajevo. S. 305 f. a) Cat. H. de Castro. No. 1116.