Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2642950-2642963-2642964--0864-2643796- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
56 req* . inde voorsz . gangh een camer gehuurt heeft waerinne hy tegenwoordigh woonachtych is, van hem reqt een godspenningh heeft gevraagd“ (Prot. Not. Sal. v. Nieuwland pak 191.) *) Gewinnt es so den Anschein, als sei Italia gar nicht Kupferstecher von Fach gewesen, so will es doch, abgesehen davon, dass seine Blätter auf eine Künstlerhand deuten, sehr unwahrscheinlich erscheinen, dass ein Mann, der sich in so misslichen Verhältnissen befindet, dass er sich eine Kammer in der ärmlichsten Strasse des Juden Viertels mietet, doch den Sinn dafür gehabt haben sollte, sich dilletantisch als Kupferstecher zu bethätigen. Viel wahrscheinlicher will es erscheinen, dass er sich mit seiner Kunst nicht ernähren konnte und sich gezwungen sah, einen anderen Beruf zu ergreifen. Uebrigens betrieben zu dieser Zeit in Holland viele Künstler gleichzeitig noch ein anderes Gewerbe. Jedenfalls aber war Holland im 17. Jahrhundert der günstigste Boden zur Entfaltung der Kunstbestrebungen unter den Juden, da sie sich hier verhältnismässiger Freiheit und des Hasses von Wohlstand erfreuten, das die unerlässliche Bedingung für ein Aufblühen der Kunst bildet. In der Tbat sehen wir auch im 17. und 18. Jahrhundert ein reges Kunstinteresse sich unter den holländischen Juden entfalten. Berichtet doch Schudt (a. a. O. IV. 1. S. 174) ״von der thörichten Mahlerey- Lust der Portugiesischen Juden“ und von der Gemäldesammlung Mose de Pinto’s, die auf eine Tonne Goldes geschätzt wurde, während das ״Biographisch Woordenboek“ von A. J. van der Aa Ahron de Pinto, der Rothschild seiner Zeit, rühmte als ״een uitnemend liefhebber van nutte Künsten en wetenschappen“, dessen Wappen auch auf seine Verdienste um die Kunst hin weist. Dieser de Pinto war es vermutlich auch, der sich von keinem geringeren als von Adrian van der Werff malen liess.* 2) So liess sich weiter der Begründer der Oper im Haag Don Francisco Lopez de Liz von Nicolas LargilKere3 *), und Don Francisco Lopez Suasso, Baron d’Avernas-le-Gras (der Wilhelm III. zu seiner Expedition von 1688 2 Millionen lieh, die nur im Falle des Erfolges zurückgezahlt werden sollten) von Nicolas Maes malen.3) Ebenso legen auch die vielen, reichen Bildhauerschmuck tragenden Grabmonumente des Amsterdamer portugiesischen Friedhofs Zeugnis von dem regen Kunstsinn der dort Ruhenden ab.5) Die Kunst Oud Holland. Nieuwe bijdragen vor de geschiedenis der Nederlandsche Kunst. XIII. 1885. S. 156. Gef. Mitteilung d. Herrn J. M. Hillesuni. 2) Cat. Douariere Ihr. B. Lopes Suasso nee E. Henriques de Castro. Amsterdam, 1895. Das. auch eine Lichtdruck-Reproduktion des Portraits. s) Cat. J. H. Texeira de Mattos. Amsterdam, 1894. J) Ebendas., wo sich auch eine Lichtdruck-Reproduktion ־ des Portraits vorfindet. 5) S. d. Abbildungen zu: D. Henriques de Castro, Keur van Grafste&nen. Amsterdam, 1883.