Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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DD Buchstaben hergestellt wurde, die das kaiserliche Gnaden-Manifest vom 14. Nov. 1894 wiedergeben.1) Auch einiger der im 17. und 18. Jahrhundert in Amsterdam thätigen Kalligraphen, die Kaufmann nicht erwähnt, muss hier noch gedacht werden. Zunächst ist da Abraham Fidanque zu nennen, dessen Federzeichnungen zu dem von ihm geschriebenen Exemplar von Mortera’s Providentia de Dios Ysrael . . . ein wahres Meisterstück darstellen (Cat. Henriques de Castro No. 528, jetzt in der Rosenthaliana). Ein sehr grosser Künstler dieses Faches muss auch Jacob Guedella (Kaiserling S. 82) gewesen sein, da die Unterschrift seines von Petrus Schenk gestochenen Portraits (Sammlung Montezinos) lautet: ״Scriptionis artificio summo artificio apud Amstelaedamensis admirandus“.2) Eines dritten solchen Künstlers: Benjamin Senior Godines wird später noch gedacht werden. Wenden wir uns nochmals in das 16. Jahrhundert zurück, so begegnen wir in David Lau di dem frühesten jüdischen Kupfer- Stecher, von dem wir wissen. Leider ist uns von ihm nur das wenige bekannt, was Nagler (a. a. 0.) über ihn sagt: ״Laudi, David, Kupferstecher, ein Jude, arbeitete zu Cremona, gewöhnlich für Buchhändler, wie für die Istoria di Cremona, nach A. Campi u. a. lebte um 1550“. Der zweite jüdische Kupferstecher, von dem wir Kenntnis haben, Salom Italia, stammte vermutlich ebenfalls aus der Lombardei, da es wohl anzunehmen ist, dass er der Mantuaner Buchdruckerfamilie d’Italia angehörte, und wir vielleicht in ihm einen Sohn des Elieser d’Italia, der 1612 in Mantua eine neue Druckerei errichtete, zu sehen haben.3) Er arbeitete aber fast ein Jahrhundert später als Laudi, und sind die zwei von ihm radierten Blätter, die wir kennen, das Portrait des Jakob Jehuda Leone 1641 und das Portrait des Menasse Ben-Israel 1642 gefertigt. Konnte, da bisher über Italia’s Lebensumstände gar nichts bekannt war, bis jetzt nur vermutet werden, dass er in England oder Holland gelebt haben müsse, so ist das letztere nunmehr zur Gewissheit geworden durch ein Protokoll, welches A. D. de Yries in seinen ״Biographische Anteekeningen betreffende voornamelyk Amsterdamsche schilders plaatesnijders enz en hun verwanten“3) mitteilt. Dort heisst es: 17״. April 1646 comp. Claes Jansz . . en Jeuri־ aen Jaspers . . . en hebben ten verzoeeke van Sr. Salomon Italia, coopmane binnen dezer stede . . . verclaert . . . dat . . . omtrent twee maenden geleden ... in seeckere ganghop Uylenburgh naest de vergulde valck.. . seeckere Portugiese vrouwspersoon, van wiende J) Oest. Wochenschrift 1895, S. 531. -) Gef. Mitteilung des (Jonservators d. Bibi. Rosenth. Herrn J. M. Hillesum. ף Wolf, Die Portraits des Jak. Jeh. Leone, in Monatsschrift f. Gesch. u. Wiss. d. Judent, 1900, S. 41 ff.