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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 54

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 54 (sequence 59)
Language
German
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Goldes zum Minderen der Bücher schrieb.1) ״Von Jugend an beschäftigte er sich mit chemischen Versuchen. Er ging nach Ifcalien, um daselbst noch mehr Erfahrungen zu sammeln, machte hier Bekanntschaft mit den grössten Künstlern zu Rom, besonders mit einigen Malern, welche sehr von ihm in der Kunst, die Farben zu mischen, lernten. Er wurde ersucht, einen Traktat über die Chemie herauszugeben, und besonders über gewisse Farben, die niemand so künstlich zubereiten konnte als er, allein er starb 1559 und sein Manuskript blieb unvollendet.“2) Nach Erfindung der Buchdruckerkunst verdrängten Drucker und Formenschneider, resp. später auch Kupferstecher die Schreiber und Miniatoren mehr und mehr, wenn auch nicht gänzlich, und viele der letzteren mögen sich daher der aufblühenden Formschneidekunst zugewendet haben, so wahrscheinlich auch bei den Juden, so dass es im 16. Jahrhundert jedenfalls jüdische Formen’ Schneider in grösserer Anzahl gab.3) Leider haben sich die Kunst״ ler nur selten auf ihren Arbeiten genannt oder ihr Monogramm darauf gesetzt (wie z. B. das 2. Titelblatt der Prager Haggadah von 1526 ein ש״“ als solches zeigt4), das vorderhand nicht zu deuten ist). Ganz haben aber auch die jüdischen Kunstschreiber ihre Thätigkeit nie eingestellt, und auch der 1826 verstorbene Schriftsilhoutten-Maler Simon Blumenfeld darf keineswegs, wie dies Kaufmann (a. a. O. S 311) glaubt annehmen zu dürfen, als ״einer der letzten Vertreter dieser Kunstfertigkeit“ angesehen werden. Geht es auch eigentlich über den Rahmen dieser Arbeit hinaus, so seien hier doch zur Ergänzung der Kaufmann?schen Arbeit auch einige der späteren, bis zur Gegenwart thätigen Künstler dieses Faches genannt. Abraham Fischei, geb. 1819 zu Prag,, wo er nachmals Lehrer der Kalligraphie an der höheren Handelsschule war, führte 1836 die Portraits des Kaisers und der Kaiserin von Oesterreich im Krönungsornat durch Buchstaben aus, welche die Genealogie des Herrscherpaares enthielten. Mit freiem Auge erschien die Zeichnung nur aus einfachen Federstrichen zu bestehen. Ebenso führte er auch das Portrait des Fürsten Metternich aus, das dessen Biographie gleichzeitig gab. Weiter fertigte er für die Pariser Weltausstellung von 1867 ein Schrifttableau mit der Darstellung von Bendemann’s ״Die trauernden Juden“, das ganz den Eindruck eines Linienstiches hervorrief.5) Aehnliche Arbeiten lieferte dann auch J. Sofer, der u. a. 1895 das Portrait des Kaisers Nicolai II. von Russland fertigte, das durch 61 800 *) Müller u. v. Schlosser a. a. 0. S. 299. ‘2) Yung, a. a. 0. 3) S. Jul. v. Schlosser a. a. 0. S. 222. 4) Ebendas. Fig. 6. 5) Allg. Zeit. d. Judent. 1839 S. 424 u. Laubhütte 1867 S. 206..

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