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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 53

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 53 (sequence 58)
Language
German
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53 Jahren reisten sie beide nach Holland!zurück, wo sie 1686 starb.14 Von zwei weiteren Malern der gleichen Zeit, die in Mexiko lebten, haben wir durch Luis Gonzäles Obregön’s Werk ״Mexico Viejö“ (Mexiko 1895) Kenntnis, dem Abkömmling marranischer Eltern Don Manuel del Valle und dem Marranen flämischer Herkunft Simon Pereyns, der früher in Lissabon und Toledo lebte und in Mexiko am 1. Dezember 1568 wegen Blasphemie der Tortur unterworfen, trotz aller Qualen aber keine Reue zeigte, und dem schliesslich als Busse seines Verbrechens auferlegt wurde, ein Muttergöttesbild und einige weitere Gemälde ״gratis et amore44 zu malen. Hierin dürfte wohl die Quelle für die Sage zu suchen sein, dass das in der Kathedrale zu Mexiko befindliche berühmte Madonnenbild (La Virgen del P6rdon) von einem in dem Kerker der Inquisition schmachtenden Neu-Christen auf die Thür seiner Zelle gemalt worden sei, während die neuere Kunstforschung in diesem Gemälde eine Arbeit des gut katholischen Baltasar de Echava erkannt hat1). Auch von einem Zeichner aus der gleichen Zeit berichtet Yung (a. a. O.): Abraham Pragensis, dem um 1543 gestorbenen ״Präsident der jüdischen Schule zu Prag44. Er machte sich nicht nur als vortrefflicher Grammatiker bekannt (er schrieb Und sprach 7 Sprachen regelrichtig), sondern ״auch als Zeichner erwarb er sich einen bedeutenden Namen. Diese Kunst, die er in seinen Freistunden zu seiner Unterhaltung trieb, hatte er von sich selbst ohne den geringsten Unterricht gelernt4. Aüs Deutschland hören wir aus dieser Zeit (durch ein Protokoll des Rates zu Landau vom 3. Febr. 1520) nur von einem dortigen Kartenmaler Meyer Chaym — der einzige Beleg dafür, dass auch in Deutschland zu dieser Zeit schon Spielkarten gemalt wurden. — Ohaym’s Schwiegervater beschwerte sich nämlich beim Rat darüber, dass andere Juden Spielkarten an anderen Orten kauften und bestellten und in Landau zum Schaden seines Schwiegersohnes Handel damit trieben; bittend, dass dies verboten, und nur denen erlaubt werden möge ״er kond sie dann selbst machen und entschlug sich anderer gewerb, damit die Juden umbgiengen4* *.2) Finden wir in Deutschland in dieser Zeit keine weiteren Spuren jüdischer Maler, so darf hier doch eines anderen deutschen Juden gedacht werden, der, ohne selbst Maler gewesen zu sein, der Malerei doch gute Dienste geleistet zu haben scheint. Es ist dies der im 16. Jahrhundert in Mainz geborene Moses Lechtier, in dem Wir einen Nachfolger des Abraham b. Jehuda Jbn Chajim sehen können, der 1262 einen Traktat über die Bereitung der Farben und des נ) Nach George Alex. Kobut, The legend of the Virgin’8 Portfait, in Jew. Chr. v. 29. Dez 1899 11 v. 5. Jan. 1900 *) Zeitschrift f. d. Gesch. d. Oberrheins XVII. (1865) S. 255.

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