Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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48 jüdisch-arabischen Stil zu nennen“. An der Wende des 18. Jahrh hören wir Israel Daniel Itzig.(Stammvater des bekannten Oberbaurats G. H. Fr. Hitzig), als Baurat in Berlin nennen, ohne aber irgend etwas über seine etwaige Thätigkeit als solcher zu erfahren. Ziemlich gleichzeitig mit dem eben genannten war, ebenfalls in Berlin, der Königliche Regierungs-Bauinspektor Sachs thätig, der 1842 sein 50 jähriges Amtsjubiläum feierte1). Er war der Lehrer des berühmten Architekten Prof. Wilhelm Stier und seines Neffen, des späteren Artillerie-Majors Burg (s. dessen Autobiographie S. 10). Auch in Bayern scheint zu der gleichen Zeit ein Jude als Königlicher Bauinspektor thätig gewesen zu sein. Nagler’s Künstlerlexikon sagt von ihm: ״Wilhelm Ney, Bauzeichner von Bamberg, wurde 1784 geboren, und als Sohn eines Juden versuchte er viele Dinge, bis er endlich nach München kam, um die Bauakademie zu besuchen. Später arbeitete er bei der Königliehen Bauinspektion. Im Jahre 1825 gab er das I. Heft der Beiträge zur Kenntnis des römischen Altertums in Bayern heraus, gr. 4C“. Der erste jüdische Erbauer einer Synagoge in Deutschland scheint aber wohl der Architekt Albert Rosengarten gewesen zu sein. Geboren zu Kassel 5. Jan. 1810. wurde er in seinem 17. Jahre als Baueleve bei der dortigen Oberbaudirektion angestellt und blieb 12 Jahre im Kurhessischen Staatsdienst, den er verliess, als infolge einer Preisaufgabe die Kassler Akademie ihm ein Reise- Stipendium zuerkannte, in dessen Genuss er nach Vollendung der von ihm in den Jahren 1838 bis 1839 ausgeführten Kassler Synagoge trat, zu welcher sein Riss, sowohl von dem Gemeinde- Vorstand als von dem Ministerium des Innern den Vorzug erhalten hatte. Später wendete er sich nach Hamburg, wo er u. a. das Schröder’sche Stift und die kleine Synagoge in der Peterstrasse erbaute und auch vielfach (zum Teil gemeinsam mit Runge) fachschriftstellerisch thätig war2). Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wird noch ein weiterer jüdischer Architekt: P. E. Bacharach als Erbauer mehrerer Synagogen benannt3). In England erwarb sich um die gleiche Zeit der zum Christentum übergetretene. Joshua (George) Basevi (1794—1845) als Architekt Anerkennung. Er baute u. a. das Klubhaus der Konservativen in London und das Fitzwilliam־Museum zu Cambridge4). Zum Teil noch zu gleicher Zeit mit Basevi arbeitete noch ein zweiter jüdischer Baumeister in London: David Mocatta, der 1806 geboren wurde und 1882 starb5). In Frankreich war um 1828 der Architekt Jacob Sylveira *) Sachs, Mein fünfzig]ähr. Dienstleben u. litter. Wirken. Berlin 1842. *) Allg. Zeit. d. Judent. 1842. S. 765. Hamburg. Künstlerlexikon. s) Ebendas. '1804. S. 280. 4) Müller, Künstlerlexikon, Jew. Year. Book 5661. 6) Jew. Year Book, 5661.