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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 41

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 41 (sequence 46)
Language
German
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41 Da Elkone in der Reihe von 6 Obervorbetern, die in der Zeit von 1616—1754 in Fürth amtierten, als 3. aufgeführt wird (a. a. 0. S. 61), so dürfte er wohl zwischen 1660 und 1680 gelebt haben. Erst aus neuerer Zeit hören wir wieder von einem jüdischen Sticker gleichzeitig den Namen und seine Arbeiten nennen. Dieser, der Goldsticker Isak Goldstein in Pesth, lieferte für den dort 1858 erbauten Tempel einen Thoravorhang, der als ein wahres Meisterstück gerühmt wird und an dem er mit seinen Kindern 7 Monate gearbeitet hatte.1) Von weiteren jüdischen Stiekern älterer Zeit findet sich da und dort noch eine Nachricht. In Fulda hielt sich, wie Schudt (a. a. 0. IV. 2. S. 252) meldet, ״schon 12 Jahr ein Böhmischer Jud auf, und arbeitet, als ein Künstlicher Goldstücker, an Mess-Gewandten und andern Römisch- Catholischen Kirclien-Ornat.“ Dass Schudt sich hierüber einiger- »lassen wundert, erscheint begreiflich genug, da wir ja von einigen Orten wissen, dass die Ausübung des einen oder des anderen Handwerks dort zwar den Juden gestattet wurde, wie z. B. in Fürth (durch das erwähnte Privileg) das Schneiderhandwerk, die Goldstickerei, Bäckerei, Buchbinderei und das Barbiergeschäft, aber nur ״im beschränkten Masse" und ״nur für Juden“.2) In Danzig wird im Jahre 1719 ein ״Perlsticker“ in der vom Rat aufgestellten Liste der in der Stadt selbst lebenden Juden (19 Familien) aufgeführt.3) In Hildburghausen wird 1731 ein Goldsticker Mendla Seligmann genannt4, und die Namen dreier weiterer Goldsticker (in den Inschriften auch Goldstecher oder -stepper genannt) finden sich auf den Grabsteinen des alten Prager Friedhofs vor: Elkanah (gestorben 1721), Me'ir b. Löb Schepkis (gest. 1757) und Mei'r Popper, dessen Grabstein kein Datum zeigt.5) Trotzdem hier nur eine sehr kleine Anzahl jüdischer Goldsticker nachgewiesen werden konnte, darf doch mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, dass zur Anfertigung der für den Kultus benötigten Stickereien — früher wenigstens — wohl kaum jemals die Hilfe christlicher Sticker in Anspruch genommen wurde, da sicher in allen Gemeinden die Frauen und Jungfrauen in frommen Eifer sich der Ausführung dieser Arbeiten mit Freuden unterzogen haben werden, zu der es ihnen auch nicht an der nötigen Geschicklichkeit gefehlt haben dürfte. Hören wir doch schon 1488 von Obadjah (a. a. O. S. 233), dass er die jüdischen Frauen in Rhodos ״mit allerlei Kunstarbeit“ beschäftigt fand, l) Wertheimer, Jahrbuch 5619 (1858] S. 282. -) Haenle, Gesch. d. Jud. i. ehern. Fürstent. Ansbach, S. 173. Stein, Gesch. d. Juden in Danzig, S. 23. ,j Humann, Gesch. d. Juden i. Herzogt. Sachsen-Meiningen-Hildburghausen, S. 48. r') Popper, a. a. ü. S. 373 An der gl. Stelle sind auch die Namen von ö ״Perlhefter“ u. ״Perlzupfer4־ mitgeteilt.

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