Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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36 lsaac zu nennen, den König Ludwig II von Ungarn zum Münzmeister in Kaschau ernannte. Die von ihm geprägten Münzen sind als ״Isaaciden“ bekannt1). Ferner war Jacob Jacobson erst in Bromberg von 1621—1632 und dann in Danzig, Elbing und Thorn Münzmeister bis 1639. Er bezeichnete die von ihm geprägten Münzen mit I. I2). Von Jakob Abraham, der 1752 in Stettin, 1757 in Königsberg und dann in Berlin Münzmeister und Medailleur wurde, ist bereits oben (S. 31) gesprochen worden, ebenso wie von dessen Sohn Abraham Abramson, der 1792 königlicher Münzmeister in Berlin wurde. Weniger glücklich als die Vorgenannten war der Petschierstecher Salomon Bücher, der auch Modelle zu Münzen fertigte, die den Beifall Friedrich des Grossen fanden. Die von ihm erstrebte Anstellung bei der Münze wollte der König ihm als Juden aber nicht gewähren, und Bücher erreichte dieses Ziel auch nicht, trotzdem er als schon siebzigjähriger Greis zu diesem Zwecke die Taufe nahm3). Da früher nicht nur jede, auch die kleinste jüdische Gemeinde bestrebt war, ihre Thorarollen mit silbernen Geräten zu zieren, sondern auch jeder jüdische Familienvater, selbst wenn er sich in wenig günstigen Vermögens Verhältnissen befand, gern alle möglichen Entbehrungen auf sich nahm, um nur den Sabbatbtisch mit einem silbernen Kiduschbecher schmücken zu können, so waren zwar diese und ähnliche Geräte grösstenteils aus Edelmetall gefertigt, es finden sich aber trotzdem auch viele aus Zinn gefertigte Kultusgeräte vor. Die meisten derselben zeigen Stempel und erweisen sich hierdurch als Arbeiten christlicher Meister, während die Gravierungen, die sie meist zeigen, sich gewöhnlich durch die oben geschilderten Eigentümlichkeiten als jüdische Arbeit erkennen lassen. Hin und wieder hat es aber auch jüdische Zinngiesser gegeben, und ebenso auch Gelbgiesser, welch letzteren die Anfertigung der früher in jeder Synagoge sich vorfindenden Messingkronleuchter, der Sabbathlampen u. s. w. zufiel, während die ebenfalls da und dort vorkommenden Kupferschmiede die am Eingang der Synagogen befindlichen Waschgefässe und Aehnliches anzufertigen hatten. Von solchen jüdischen Kupferschmieden hören wir zunächst durch Obadjah aus Bartenuro, der auf seiner Beise nach Jerusalem (1488—89) in Palermo die dortigen Juden (an 850 Familien), als Kupfer- und Eisenschmiede, Lastträger und Bauern beschäftigt fand4). In grosser Anzahl 1״) J. Löw a. a. 0. S. 51. 2) Koene, Zeitschr. f. Müdz-, Siegel- גו. Wappenkunde V. 1846. S. 133ff. Schlickeysen, Erkl. d. Abkrzng. auf Münzen. Berlin. 1882. S. 201. 3) Bärkalender. (Nach Allg. Zeit. d. Jdnts. 1896 Nr. 15. Umschlag.) 4) Zwei Briefe Obadjah’s Bartenuro, im Jahrb. f. d. Gesch. d. Juden 1863. S. 227,