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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 35

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 35 (sequence 40)
Language
German
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35 Chelebi gewesen sein, den Graetz1) als ״Münzmeister und Zoll- Pächter“ in Kairo bezeichnet, wo ״von jeher ein jüdischer Münzmeister und Zollpächter, welcher den Titel Saraf-Baschi führte, fungierte.“ Fraglich muss es bleiben, wie es sich in dieser Be- Ziehung mit dem ״Münzmeister Schlom (Salomo) des Herzogs Leopold VI. von Oesterreich2) und den ungenannten angeblichen Münzmeistern der ungarischen Könige Andreas II. (1204—35) und Bela IV.3). (1235—70) verhielt. Dafür, dass Schlom wirklich Münzmeister gewesen sein sollte, spricht allerdings der Umstand, dass in einer Urkunde vom Jahre 1196 von ihm gesagt wird, dass der Herzog ihn super officium monete gesetzt habe4). Ebenso könnte der Umstand, dass einige Obolen Bela’s mit. einem א bezeichnet sind, wohl für die Wahrscheinlichkeit sprechen, dass solche von einem jüdischen Münzmeister herrühren. Aus dem gleichen Grunde könnte man wohl auch in Jechiel den wirklichen Münzmeister des Würzburger Bischofs Otto von Lobdenbürg (1207—23) vermuten, da dessen Münzen teilweise den Namen יחיאל tragen, und gilt auch das gleiche von den Münzen des Königs von Polen Mieczylaw III5), die verschiedenen hebräischen Legenden zeigen, deren richtige Lesung vielfach noch aussteht. (Ein Exemplar meiner Sammlung zeigt deutlich den Namen יעקב). Trotz alledem bleibt es immerhin noch fraglich, ob die Genannten nicht doch nur Münzpäehter waren. Fraglich bleibt es auch, wie es sich in dieser Beziehung mit Priscus verhält, von dem Koenen6), (nach Velly, Histoire de Franke I. S. 30f.) sagt, dass er Chilperich ״als muntmeester diende“, und den Kahn7) ״mon6taire ä Chälon-sur-Saöne“ (um 555) nennt, während Graetz8) von ihm als ״Geschäftsträger und Juwelier des Königs Chilperich“ spricht. Sicher als Münzmeister sind aber die Folgenden bekannt: Somair, Münzmeister des Khalifen Abdelmelek (684—705), von dem wir wissen, dass er Münzstempel verfertigte und das Schlagen der Münzen besorgte, und der überhaupt als technischer Gründer der arabischen Münzprägung angesehen werden muss9). Weiter ist 1I Gesch. d. Juden. X. S. 211 (Cod. Balberstam— am gl. 0. Note 3. S XXVII nennt ihn ״Finanzminister.“ ף Brüll. Jahrbücher I. (1874). S. 237. 3) S. die Quellen bei Löw, Graph. Requisiten ... I. S. 51 u. Busch, Jahrbücher. 5606. S. 75 u. 5607. S. 60ff. u. S. 81. 4) Brüll, Jahrbücher I. (1874). S. 237. Wiener, Emek ha-bacha S. 57. Steinschneider, hebr. Bibliographie. 1870. S. 44. Stobhe, die Juden in Deutschland. S. 180 6) Sternberg, Versuch einer Gesch. d. Juden in Polen. S. 8f. (Das. auch die Quellen): 6) Geschiedenis d. Joden in Nederland. S. 41. ד) Les Juifs ä Paris. S. 3. 8) Gesch. d. Juden. V. S. 62. 9) S. d. Quellen: Orient V. S. 296 (nach Löw. a. a. 0. S. 51).

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