Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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34 b Todros II (Anfang des 14. Jahrh.) der Stecher desselben ז(< ישוע כהן und auf einer im Hamburgischen Museum f. Kunst u. Gewerbe befindlichen zinnernen Sederschüssel vom Jahr 1789, die aus Hameln stammt, nennt sich ebenfalls der Graveur: Mei'r Sohn des Benditl 2 3). Der gewiss sehr seltene Pall, dass auch ein Dilletant die Gravierkunst ausübte, mag, trotzdem er der hier nicht in Frage stehenden neuesten Zeit angehört, eben um seiner Seltenheit willen Erwähnung finden. Dieser Dilletant Daniel Henriques de Castro, der Apotheker in Amsterdam war, widmete seine Mussestunden der Kunst Gläser mit dem Diamanten zu reissen, und erreichte darin einen so hohen Grad von Vollkommenheit, dass seine Arbeiten denen eines Wolff und anderer Meister dieser Kunst durchaus ebenbürtig waren. Der grösste Teil seiner Arbeiten befinden sich im Museum der ״Outheidkundig Genootsehap“ zu Amsterdam. Anderweitig bekannte Arbeiten von ihm sind u. a. ein Pokal, der auf der einen Seite das Portrait des Amsterdamer Bürgermeisters Cornelis Jan Witsen zeigt, und auf der anderen in einer Banderole die Inschrift trägt: ״Engraved with Diamond, by Daniel Henriques de Castro 1862. Amsterdam.“ (Aus dem Besitze seiner Witwe 1895 versteigert). Ein anderer ebenfalls 1895 in Amsterdam (aus dem Besitze von Lopes Suasso) zur Versteigerung gelangter, D. H. D. C. signierter Pokal zeigt in einer Guirlande die Kiduschbenediktion in hebräischer Sprache. Eine Arbeit des de Gastro dürfen wir wohl auch in dem im Hamburgischen Museum für Kunst und Gewerbe befindlichen Pokal sehen, von dem Justus Brinckmann in den Mitteil, der Gesellschaft f. jüd. Volksk. (H. S. 89) sagt: ״Das jüngste Datum, v. J. 1861, trägt ein zum Chanukkafeste gewidmeter Glasbecher. Seine mit dem Diamanten fein punktierten Verzierungen und Inschriften zeigen, dass in Holland, woher dieser Becher stammt, das dort im vorigen Jahrhundert mit Meisterschaft geübte Punktieren und Reissen des Glases mit dem Diamanten nicht ausgestorben ist.“ De Castro gab auch eine Schrift über die von ihm geübte Kunst heraus: Een en ander over Glasgravure. Amsterdam 1888. 4° mit 2 Tafeln. (Nur in 100 Exemplaren gedruckt und nicht in den Handel gekommen). Schliesslieh muss hier auch der jüdischen Münzmeister gedacht werden, wobei freilich grosse Vorsicht geboten ist, da häufig auch solche Juden als ״Münzmeister“ bezeichnet wurden, die in Wahrheit nur Münzpächter oder Münzlieferanten waren, wie der ״Münzmeister und Faktor in Leipzig“ Joel Levin sicher nur Münzlieferant war®). Nur Münzpächter dürfte wohl auch Raphael Josef l) Geiger, Zeitschrift f. W. u. Lehen. X. S. 284. ף Mitt. d. Ges. f. jüd. Volksk. II. S. 87 u. 89. 3) Jelowicz a. a. 0. S. 54.