Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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33 Godefroi (1819, Eig. Smmlng.) geschlagenen, genannt werden mögen. Ausser Eiion scheint es in Holland nur noch einen jüdischen Medailleur, und zwar in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, gegeben zu haben, von dem wir nur wissen, dass er die Medaille auf R. Elieser b. Sam. Schmelka (1735) anfertigte und solche: ע״י י״ב ב״לל bezeichnete.*) Von dem Graveur Aaron Kohn, der im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts arbeitete, wissen wir nicht wo er gelebt hat, kennen von ihm jedoch eine kleine Medaille, die das Taschlichgebet befindet, das sich auch auf einer grösseren, ebenfalls von ihm gefertigten zeigt, die aber auf der Rückseite daneben noch das Gebet für die Reise trägt. Eine dritte von ihm gefertigte Medaille zeigt die bei der Beschneidung gebräuchlichen Benediktionen. (Eig. Smmlng.) Sonst finden wir aus älterer Zeit von jüdischen Graveuren noch erwähnt: die auf dem Prager alten Friedhof ruhenden Steinschneider Isaak b. Mose Kojetein (gest. 1727) und dessen Sohn Löb b. Isaac Kojetein (gest. 1748).* 2) Ein ״Wappensteeher“ Salomon Hertz, von Hatzfeld (Heidingsfeld) wurde im Jahre 1700 in Mannheim durch kurfürstliches Dekret vom Bauen eines Hauses (nach Zerstörung der Stadt) befreit.3) Zur gleichen Zeit (1706) finden wir auch einen Petschierstecher in Königsberg: Salomon Jacob erwähnt. 4) Uebrigens war auch der 1769 geborene, als Philantrop bekannte spätere Hofjuwelier Michael Lazar Biedermann in Wien ursprünglich Graveur und als solcher sehr tüchtig. Nachdem er 1784 das Siegelstechen zu erlernen begann, erhielt er für seine Leistungen 1787 und 1789 Preise, lieferte dann Arbeiten für den kaiserlichen Hof, die solchen Beifall fanden, dass er 1792 die Toleranz erwarb, kraft deren er sich in Wien etablieren durfte.5) Von anderweiten Graveuren zählen die oben benannten Quellen weiter auf: für Odessa (1842) 2 Steinschneider, für Kopenhagen (1836) 2 Graveure, für das Königreich Polen ohne Warschau (1857) 54 Graveure, für Prag (1847) 3 Graveure und Petschierstecher. Der galizischen Graveure, von denen Schultes spricht, ist oben (S. 16) ebenfalls bereits Erwähnung geschehen. Abgesehen von den Graveuren, die wir aus Berichten kennen, kommt es — von den Medaillen ganz abgesehen — wenn auch sehr selten, doch hin und wieder vor, dass wir den einen oder den anderen dadurch kennen lernen, dass er sich auf seinen Arbeiten selbst nennt. So nennt sich (nach der Annahme Derenburg’s) auf dem Siegel des Calonymus ו) S. Monatsschrift f. Gesch. u. Wissensch. d. Jndent. 1898. S. 328ff. 2) Popper, a. a. 0. S. 373. 3) Löwonstein, Gesch. d. Juden i. d. Kurpfalz. S. 134. 4) Jolowicz, Gesch. d. Juden i. Königsberg. S. 38. 6) G&llerie d. verdienstvollsten Juden im 19. Jahrh. I. S. 10 f.