Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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32 (a. a. 0.) berichtet, dass die jüdischen Petschierstecher ״hauptsächlich die Messen und Märkte bezogen.“ Uebrigens erinnere ich mich selbst aus meiner Kindheit das Gleiche gesehen zu haben, und dürfte dies wohl hin und wieder auch heut noch der Fall sein. Als tüchtiger Edelsteinschneider und Medailleur wird auch der im Anfang des 19. Jahrhunderts in Aken arbeitende L. Baruch genannt, von dem wiederum berichtet wurde, dass sich seine Familie seit langer Zeit der Kunst ergeben hatte1). Er wiederum lehrte seine Kunst seinem Neffen, dem Medailleur Jacob Wiener, der als einer der besten Künstler seines Faehes zu seiner Zeit zählte. Er erfreute sich grossen Ansehens und war gleichzeitig Präsident des belgischen Centralkonsistoriums in Brüssel, wo er 84 Jahre alt am 3. November 1899 starb2 3). Von ihm erlernten seine Kunst seine beiden Brüder Lepold und Karl Wiener (gest. 1867), die gleichzeitig Medailleure und Bildhauer waren und auf beiden Gebieten tüchtige Leistungen aufzuweisen hatten8). In der ersten Hälfte respekt um die Mitte des 19. Jahrhunderts werden weiter genannt: Eichel in Warschau, der viele Wappen in edlen Steinen schnitt und auch einige Medaillen lieferte, darunter die auf die erste jüdische Konfirmation in Warschau (1843, Eig. Sammlng.), Saphir, der in Karlsbad lebte, und von dessen Arbeiten in Steinschnitt sich einige im Besitz des russischen Hofes befinden, die Hamburger Graveure H.. Möller4) und Isaac Nathan5), von welch Letzterem wir die Medaille der Hamburger Juden auf Sir Moses und Judith Montefiore (1841, Eig. Smmlng.) kennen, der Münchner Graveur J. W. Loewenbach 6), der gleichfalls eine Anzahl Medaillen lieferte, unter welchen sich eine auf die Einweihung der Münchner alten Synagoge (1826, Eig. Smmlng.) befindet, der Hofgraveur des Kaisers Napoleon Stern7), von dem wir u. a. die Preismedaille der ״Socidtd J. R. Pereire“ kennen. Ferner begannen um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu arbeiten: der russische Medailleur Grillieh (Vater), einer der wenigen Juden, denen seinerzeit der Aufenthalt in Petersburg gestattet wurde, und der holländische Medailleur J. Eiion8), von dessen Medaillen hier nur die auf das Amsterdamer jüdische Waisenhaus (1865, Eig. Smmlng.) und die zu Ehren des Justizministers ■) Allg. Zeit. d. Jdnt. 1842. S. 483. '־) Jew. Chron. 10. Nov. 1899. 3) Müller, Künstlerlexikon d. Gegenwart. 1884. 4) Haarbleicher, Aus d. Gesah• d. Deutsch-]8r. Gern, in Hamburg. S. 317. 5) Ebendas. 6) Freund). Mitteilung, d. Herrn Dr. E. Merzhacher. ’) Kahn, Les Juifs ä Paris. S. 170. 8) Preundl. Mitteilung, d. Herrn J. Schulmann.