Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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31 konnte auch, ־wie Architekt Uidall in seinem Artikel: ״Joden in Randers“sagt: ״in Waffen gothische u. a. Buchstaben aus Edelsteinen einlegen“. Sogar ein Kaiser von Marocco scheint um Mitte des 18. Jahrhunderts einen jüdischen Hofsteinschneider gehabt zu haben, wenn anders wir in dem von Markens *) genannten ״Lapidary“ Harby einen solchen sehen dürfen. Die Leistungen des Medailleurs Jakob Abraham (1722—1800) und dessen Sohnes Abraham Abramson (1754—1811) sind so bekannt, dass auf dieselben hier nicht weiter eingegangen zu werden braucht. Nur soviel sei hier, weil weniger bekannte, bemerkt, dass Jacob Abraham auch Siegel stach, so u. a. dasjenige der Gesellschaft der Freunde, deren Mitglied er war.* 2 3) Nicht unwahrscheinlich will es erscheinen, dass Abraham Aaron, der 1785 die Medaille auf die Succession Friedrich Franz I. von Mecklenburg fertigte in Verwandtschaftliehe Beziehung zu den Vorgenannten stand. Auch bei Abraham Jacobs könnte das Gleiche der Fall gewesen sein. Von diesem sagt das Hamburgische Künstlerlexikon (Bd. I. Hamburg 1854): ״ein in Hamburg in den 1760er und 1770er Jahren ansässiger israelitischer Medailleur lieferte den zweiten Stempel zu der Gedächtnismünze auf die 1765 begangene Jubelfeier der Hamburgisehen Commerz-Deputation, nachdem der erste von Gustav Lj'ungenberger in Paris geschnittene, von welchem nur wenige Exemplare abgezogen worden, gesprungen war. Dieser zweite Stempel übertrifft den ersten bei weitem, auch lieferte er die sehr brav gearbeiteten Stempel zu dem Portugalöser auf die Erneuerung der ersten Hamburgischen Assekuranz-Compagnie 1755.“ (Dieser Familie gehörte übrigens auch der 1817 zu Carlskrona geborene August Abrahamson, der Begründer des ״Slöjd“ — Seminar zu Nääs an.4) In Hamburg finden sich übrigens schon verhältnismässig früh Spuren von j'üdischen Graveuren. So hören wir aus dem Protokollbuch der Altonaer portugiesischen Gemeinde gelegentlich einer Unterstützung, die er am 17. Elul 5412=1652 empfing von einem Steinschneider Izaque Mesias, und die im Hamburgischen Staatsarchiv befindlichen Judensteuer-Listen führen aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts vier Petschierstecher an, die ihre Arbeit auf offener Strasse besorgten.5) Aehnlich berichtet auch Schudt6) aus der gleichen Zeit von Frankfurt: ״Hiesigen Orts hab ich in der Mess Juden in der Gass sehen Petschierstechen“, und auch Bondi A) Randers Avis, Mai 1895. Freundl. Mittlng. d. Herrn Dr. M. Grunwald. 2) Markens, The Hebrews in Amerika. New-York 1888. S. 58. 3j Lesser, Chron. d. Gesellchaft d. Freunde. Berlin 1842. S. 19. 4) Mitt. d. Deutsch־I8r. Gemeindebundes. No. 24. 5) Gef. Mitteil. d. Herrn Dr. M. Granwald. e) A. a. 0. H. S. 172.