Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2642950-2642963-2642964--0838-2643770- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ou Portraitmedaillen von Rubens und Rerabrandt. Simon war Mitglied der belgischen und französischen Institute. Aus Jean Henri Simon hat man zwei oder drei verschiedene Personen machen wollen, und so findet er sich bei Nagler: Chevalier Henri Simon, bei Müller aber: Henri Simon de Brieg benannt. S. Notice historique sur Jean-Henri Simon graveur du Roi. Bruxelles. 1836.י) Auch ein Sohn des Simon, der die Kunst bei seinem Vater erlernte, machte sich später als tüchtiger Künstler bekannt. Ob die gleichzeitig mit Jean Henri Simon in Paris arbeitenden jüdisehen Graveure Mayer Simon und Samuel Simon Brüder desselben waren, ist mit Bestimmtheit nicht zu sagen; doch scheint es von Samuel, der (um 1809) dort Graveur der Post war, um desswillen sehr wahrscheinlich, da dieser ebenfalls (1760) zu Brüssel geboren und anscheinend in dem gleichen Jahr wie jener (1775) nach Paris gekommen war* 2). Weiter arbeiteten um 1809 in Paris die jüdischen Graveure: David Salomon, Israel Lion. Oury Philippe Lion, Samuel Abraham, Benjamin Bodenheim und Pierre Wolf (bereits um 1793) und die jüdischen Stein- Schneider: Samuel Mayer Oppenheim (geb in London 1778, seit ca. 1790 in Paris) und der damals 90jährige Isaac Joseph Mareli (geb. zu Venedig, seit ca. 1759 in Paris).3) Sehr tüchtige Künstler in ihrem Fach waren auch die beiden Jacobsen, Vater und Sohn, von denen wir durch Wergeland 4) wissen, dass sie Juden waren. Ahron Jacobsen war in Hamburg geboren, wo er lange Zeit lebte und auch im Jahre 1770 starb. Er galt, wie Nagler von ihm sagt, ״für einen der besten Künstler seines Faches (Edelsteinschneiden) und seiner Zeit. Er fertigte Cameen und Intaglios.“ Sein Sohn, der Edelsteinschneider und Medailleur Ahron Salomon Jacobsen wurde 1756 zu Kopenhagen geboren und erlernte die Kunst bei seinem Vater. Er wurde Hofgraveur und Professor, wie auch Mitglied der Akademien von Kopenhagen und Stockholm, wo er sich einige Zeit auf hielt. Es finden sich Cameen und Intaglios von seiner Hand; doch schnitt er auch Stempel zu Medaillen und Portraits in Stein und fertigte Büsten und Medaillons in Gyps, wie (1829) jenes des Prinzen Christian Friedrich in Lebensgrösse. Er scheint um 1835 gestorben zu sein5). Kurz vor seinem Ableben kam übrigens ein anderer jüdischer Steinschneider, B. Goldfarb aus Galizien nach Dänemark, wo er sich 1832 in Randers etablierte. Er J) Allg. Zeit. d. Jdnth. 18«. No. 48, 49. 2) Kahn a. a. 0. S. 68 11. 70. 3J Ebendas. S. 68 ff. u. Kahn, Les Juifs ä Paris. S. 74. 4) Indlaeg i Joedesagen . . . Kristiania 1841. Allg. Zeit, des Jdnth. 1842. S. 115. 5) Nagler, Künstlerlexikon.