Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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29 in der Klasse der schönen Künste des Instituts (dessen Mitglied er aber wurde) keine Beachtung gefunden, und wären auch von einer neuen Jury, die er veranlasste, zurückgewiesen worden. Um diese Zeit begann er die Herausgabe eines auf 4 Bände berechneten Wappenbuchs1), von dem 1812 der erste Band erschien. 1813 vertauschte er nochmals den Stichel mit dem Degen und bildete mit Bewilligung des Kriegsministers auf seine Kosten ein Freikorps, dessen gutes Verhalten ihm das Lob des Fürsten von Wagram, Herzogs von Ragusa und der Generale Compaus und Vincent eintrug2). Trotzdem er unter den Mauern von Paris verwundet wurde, blieb er bei seinem Korps, bis dieses, wie alle Freikorps, entlassen wurde. Auf Halbsold gesetzt, wurde Simon nach der LandungNapoleons wieder einberufen und manövrierte auch 1815 an der Spitze eines Freikorps. Später wendete er sich nach Luxemburg, wo er auf Requisition der französischen Behörde festgenommen, jedoch freigesprochen wurde. Wieder nach Paris zurückgekehrt, ernannte ihn der Prinz von Oranien zu seinem Hofgraveur, ohne dass er Paris verlassen musste In der Folge von Ludwig XVIII. zum Professor der Steinschneidekunst am königliehen Taubstummen-Institut ernannt, ehrten ihn auch Karl X. und Louis Philipp durch Ernennung zum Hofgraveur. 1816 nach Brüssel zurückgekehrt, wurde er zum Graveur des Königs ernannt und lebte von nun an nur noch seiner Kunst, seinen Studien und der Erziehung junger Waisen. Nur einmal noch, als 78jähr. Greis, griff er wieder zum Degen, um 1830 seine Mitbürger gegen eine plünderungssüchtige Menge zu verteidigen. Im 82. Jahre stehend, endete eine lange, schmerzhafte Krankheit sein bewegtes Leben. Seine Werke sind sehr zahlreich. In Edelstein schnitt er die Bildnisse Napoleons, des Kaisers Alexander von Russland, Ludwig XVIII.. des Herzogs und der Herzogin von Berry, des Herzogs von Bordeaux, des Königs Karl X., des Königs Louis Philipp und seiner Gemahlin, des Herzogs und der Herzogin von Orleans, des Prinzen Poniatowski, des Schauspielers Talma u. a. In letzter Zeit schnitt er die Bildnisse der sämtlichen Mitglieder der königlichen Familie in einen Carneol, welches Kunstwerk 1845 in das Antiken-Kabinet der k. Bibliothek in Paris gelangte. Ebenso schnitt er auch ganze Figuren in Edelstein, wie einen Aeskulap, einen Amor u. s. w. Zu seinen schönsten Medaillen gehören die Denkmünze auf die Ankunft der Königin in Brüssel 1817 und die zu der Galerie historique des Pays-Bas gehörigen J) Armorial general de l’Empire fran9ais. *) Müller ((a. a. 0.) sagt hingegen, nach seiner oben angeführten, Siraon anscheinend nicht geneigten Quelle: ״Im Jahre 1814 stellte er sich an die .Spitze eines Freikorps gegen die Alliierten, schadete den Landbewohnern aber mehr als dem Feinde, erhielt übrigens das Kreuz der Ehrenlegion.“