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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 28

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 28 (sequence 33)
Language
German
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28 er gezwungen war, Brüssel zu verlassen. 1775 wandte er sich zu seiner ferneren Ausbildung, zu welcher ihm der Statthalter von Belgien eine Pension verlieh, nach Paris, wo er in dem Prinzen von Ligne einen Beschützer fand, auf dessen Empfehlung ihn der Herzog von Chartres (späterer Herzog von Orleans) zu seinem Graveur ernannte und ihm später eine Anstellung bei der Gross-Kanzlei gab. Seine Arbeiten fanden solchen Beifall, dass die Kaiserin von Russland einige derselben erwarb, und ihm der Titel eines Graveurs des Königs und der königlichen Familie verliehen wurde. Neben seinen Arbeiten in Stein begann er nun auch Medaillen zu schneiden und in Kupfer zu stechen; verliess aber alle seine Arbeiten, als die ersten Feldzüge der Revolution begannen. Mit dem Bataillon von Buttes־des־Moulins, in dem er eine Kompagnie Chasseurs befehligte, zog er an die Grenze. Er nahm Teil an den ersten Feldzügen in der Champagne und Belgien unter den Befehlen des Generals Dumouriez, der ihn zu St. Amand zum Oberstleutnant eines Freikorps ernannte. Nachdem er sich mehrfach ausgezeichnet hatte und in den Gefechten bei Anderlecht und Boucoux verwundet wurde, kehrte er nach Paris zurück, wo er erfuhr, dass Dumouriez mit einem Teil seines Stabes zum Feinde übergegangen war. Als ergebener Anhänger des Generals bekannt, wurde er bei dem Revolutions-Komite als Spion Dumouriez’ denunziert, konnte sich aber rechtfertigen und durch Vorlegung eines Zeugnisses über bewiesene Tapferkeit und gezeigtes patriotisches Verhalten seinen Kopf retten. Der Guillotine glücklich entronnen, wandte er sich nach Spanien, wo er im Dienste der königlichen Familie Beschäftigung fand. Trotz glänzender Anerbietungen, die ihm dort gemacht wurden, wandte er sich doch wieder nach Paris zurück, wo er 1803 Anstellung als Professor an der Normalschule erhielt. Doch verwendete Simon, wie Naglers Künstlerlexikon sagt: ״seine Zeit nicht ausschliesslich auf den Unterrieht: er suchte im Gegenteil der Welt zu zeigen, dass er zu den höchsten Leistungen seiner Kunst bestimmt sei. und seine Werke tragen auch wirklich das Gepräge hoher Meisterschaft. Ein in Carneol geschnittenes Bildnis des Kaisers Napoleon erwarb ihm die Stelle eines Graveurs desselben, und bald darnach wurde er auch Mitglied des Conseils du sceau de Titres. Im Wappenstechen hatte Simon 1808 eine glänzende Probe abgelegt, besondurch ein Tableau von 21 Wappen der französischen Prinzen, Herzoge, Grafen, Barone und Ritter. Dieses Tableau erhielt die Kaiserin Josephine, und liess es in ihrem Kabinet auf hängen.“ Trotz dieser kaiserlichen Gunst hätten, wie Müller י) berichtet, der hierin der ״Biographie desContemporains“ folgt. 1810 seine Arbeiten ) Künstlerlexikon. Stuttgart. 1857—64.

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