Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 1 (1902) Heft IX
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2642950-2642963-2642964--0832-2643764- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
24 lebet, versteht auch, ob er wohl ein Handelsmann ist .... Gemeldeten Diamant habe er auf dess Königs Gefahr, einen anderen aber, in welchem nur eine Cron und Scepter gebildet, auf seine Gefahr gestochen.“ Bezüglich des genannten Michael oder richtiger Michael Abraham ist übrigens Schudt insofern im Irrtum, als dieser nicht Handelsmann, sonders ebenfalls Petschier- Stecher war, und erst mit seinem Bruder Joseph Abraham gemeinsam, später aber getrennt seine Kunst ausübte und auch 1692 das Prädikat eines ״Hoff-Petschierstechers“ erhielt, jedoch ״ohne Gehalt, welches er nicht praestendiret, sondern nur ein Schild auszuhengen verlanget“, weil er ״verschiedene Siegell und Petschaften für S. Oh. D. zu Dero gnedigstem Vergnügen verfertiget“. Joseph Abraham aber stach 1683 das grosse clmrfürstliche Siegel und aueh das kleine ״mit dem orden vom gülden hosenbande“, für welche er je 40 Thaler erhielt. Ebenso fertigte er 2 Siegel für das Commercium Collegium, welche ihm mit 46 Thalern bezahlt wurden. Nach seinem 1697 erfolgten Ableben erhielt sein Sohn Joseph Levi (Levi b. Joseph) derselbe, den Schudt Levin Joseph nennt, 1698 das Prädikat eines Hoff-Petschierstechers ״mit allen davon dependierenden immuniteten freyheiten, rechten und gerechtigkeiten 1)- Auch die Enkel des Joseph Abraham: Joseph und Uri Phöbus b. Abraham b. Joseph waren Petseliierstecher. Von ihren Arbeiten kennen wir zwar nur eine Figurentabelle mit 64 geometrischen Figuren, die sie 1739 für den I. Band des Gesetzwerkes des Maimonides: מ״ענה חורה in Kupfer stachen‘2), es darf aber wohl vermutet werden, dass auch sie im Steinschneiden geübt waren, da sich diese Kunst allem Anschein nach noch Generationen hindurch in der Familie vererbte. Es will wenigstens recht wahrscheinlich erscheinen, dass wir in dem von Meusel (a. a. 0. XVII. S. 260) benannten Steinschneider Joseph Beretz, den Sohn des ebengenannten Joseph b. Abraham b. Joseph, also einen Urenkel des Joseph Abraham, sehen dürfen, da Meusel von ihn! sagt: ״ein geschickter Jude, wohnhaft zu Homburg vor der Höhe, sein Vater Joseph Abraham lernte ihm das Steinschneiden, er ist jetzo (1782) 38 Jahre alt (Nagler lässt ihn 1745 geboren sein). Möglicherweise ist Beretz mit dem nicht benannten Künstler identisch, von dem Meusel später (a. a. 0. XXII S. 100) sagt, dass er vor mehreren Jahren bei einem jüdischen Steinschneider dessen Werkzeuge sah. ihn um deren Verwendung befrug, ״der aber aus seinem Verfahren, so wie andere Künstler, denen es bekannt ist. ein Geheim- J) Geiger, a. a. O. 11. S. 10 (nach Akten des preuss. Geh. Staats-Archiv). ¬ס Freudenthal. Aus der Heimat Mondolsnhns. Berlin 1900. S. 217 f. u. S. 261 .