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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 17

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 17 (sequence 22)
Language
German
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17 früher im Besitz eines Nachkommen des Verfertigers, des Dr. Bernhard Beer, und sich dann auf Dr. Gerson Wolf respekt. dessen Sohn vererbte, zeigt einen Bären und einen Hirsch als Embleme der Namen des Verfertigers und dessen Sohnes Hirsch. Möglicherweise ist dieser Beer Zoref identisch mit dem Goldschmied und Prager Gemeindevorsteher Behr (ר בער צורף) •der gelegentlich des Festzuges der Prager Juden zu Ehren der Geburt des Prinzen Leopold (1716) in der ״Neuen Zeitung u. Jüd. Auffzug. . . zu Ehren . . . der Geburth Printz Leopold . . .“ genannt wird1). Sonst sind Fälle, wo man von einzelnen Arbeiten nicht blos bestimmt weiss, dass sie von Juden ausgeführt sind, sondern auch den Namen des Verfertigers kennt, wohl äusserst selten. Nur erst in der neueren Zeit ist dies häufiger der Fall, wie wir z. B. wissen, dass die für den 1858 erbauten Wiener Tempel bestimmten silbernen Weihegeschenke fast alle von dem jüdischen Wiener Silberarbeiter Gustav Simon an gefertigt wurden2). Wenden wir uns nun nach Italien, so werden 1726 in Rom bei Aufzählung der von den dortigen Juden betriebene Gewerben auch Goldschmiedearbeit und Juwelierkunst mit aufgeführt3). Doch auch in anderen Orten Italiens dürfte es jüdische Goldschmiede gegeben haben; und sehen wir auch in Mantua am Ende des 15. Jahrhunderts einen jüdischen Goldschmied von Bedeutung. Salomone aus Sessa, der aber wegen eines begangenen Verbrechens von schwerer Strafe bedroht war, um dieser zu entgehen, zum Christentum übertrat und vom Herzog begnadigt wurde. Wie so mancher andere Renegat war auch er seinen früheren Glaubensgenossen feindlich gesinnt und sagte ihnen alles Böse nach, so dass er im Jahre 1495 wegen Verleumdung der Juden von Mantua vom Herzog bestraft wurde. In seinem Handwerk aber war Salomone oder Ercole dei Fedeli, wie er nach seiner Taufe hiess, sehr geschickt, ein wahrer Künstler, und die Höfe von Mantua und Ferrara rissen sich förmlich um ihn. Besonders berühmt sind die von ihm verfertigten reich verzierten Waffen, darunter das berühmte Schwert Cäsar Borgia’s. In den Museen Europa’s finden sich über 30 Stücke von seiner Arbeit, die, wie moderne Kunstkenner versichern, zu den schönsten Luxuswaffen der italienischen Renaissance gehören4). Werfen wir den Blick auf Frankreich, so finden wir bei der Zählung der jüdischen Bevölkerung von Paris im Jahre 1809 (unter 2908 Seelen) dort neben 17 ßijouteriearbeitern 2 Goldschmiede und die Ciseleure: ג) Schudt, Jüd. Merkwürdigkeiten. IV. 3. S. 155. 2) Wertheimer, Jahrbuch 5619 (1858—59). 3j Vogelstein u. Rieger, Gesch. d. Juden in Rom. IL S. 321. 4) Oester, Wochenschrift. 1898. No. 43.

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