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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 16

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 16 (sequence 21)
Language
German
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16 rein individuelles Gepräge. Sie bethätigt sich nicht in grossen und reichen Industrien, dazu sind die beschränkten Mittel und primitiven Werkzeuge, womit dieser jüdische Meister arbeitet, schon nicht geeignet, sondern nur in einzelnen Stücken, die alle Sorgfalt und Kunstfertigkeit echter Meisterschaft an sich tragen.“ Aehnlich wie wir es oben Franz Smolka von den polnischen Juden sagen hörten, spricht sich auch Professor Schultes im Beginn des 19. Jahrhunderts in seiner Beschreibung der Karpaten (Annalen der Litteratur des öster. Kaisertums. Septemberheft 1807) 1j über die dortigen Juden aus: ״sie sind die Schneider, Schuster, Tapezierer, Kürschner, Glasmacher, Goldarbeiter, Graveurs“ . . . Einer sehr grossen Anzahl jüdischer Goldschmiede begegnen wir auch auf dem alten Prager Judenfriedhof, was allerdings zum Teil, wie Popper2) bemerkt, auf den irreführenden Umstand zurückzulühren ist, dass die Bezeichnung Goldschmied ״Zoref“ sehr bald zum Familiennamen geworden ist, was aber auch nur durch die weite Verbreitung dieses Kunstgewerbes erklärlich ist.“ In einer vorsichtigen Auslese benennt Popper aber für den Zeitraum von 1601—1620 zwei, für 1621—1640 ebenfalls zwei, für 1641—1660 fünf, für 1661—1680 ebenfalls fünf, darunter einen der den prädestinierenden Namen Bezalel b. Joel trug, für 1681—1700 sieben, für 1701—1720 acht, worunter David b. Josef, Goldschmied de Herz,3) in dessen Grabschrift ausdrücklich gesagt ist. dass er sein Können (Kunst) in Gold und Silber übte (רוקם בזהב ובכסף אמנותו). Auch unter den für den Zeitraum von 1721—1740 aufgeführten zehn Goldschmieden wird bei einem (Mei'r b. Salomo, Goldschmied de Herz, gestorben 1740) auf dem Grabstein, der eine Krone und zwei Ketten zeigt, ausdrücklich, in Anspielung auf seinen Namen Meir gesagt, dass er ein Mann leuchtend in seiner Arbeit, der Arbeit eines denkenden (Künstlers) in Gold und Silber gewesen (איש מאהיר במלאכתו מלאכת חשב בזהב ובסף). Für 1741—1760 sind vier, und auch für 1761—1780 endlich sind ebenfalls vier benannt. Später dürfte sich deren Anzahl nur noch vermehrt haben, da das Prager Adressbuch vom Jahre 1847 nicht weniger als einundzwanzig jüdische Gold- und Silberarbeiter benennt.4) Einen Träger des Namens Zoref. der dabei auch thatsächlich Goldschmied war, lernen wie in Beer Zoref kennen, der zu den Exulanten gehörte, die 1670 Wien verlassen mussten. Eine seiner Arbeiten, ein silberner, ciselierter Ohanukaleuehter, der J) S. Oester. Wochenschrift. 1898. S. 644. 2) Ans Inschriften d. alt. Prager Judenfriedhof, in d. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutschi. V. S. 351 f. 3) Ueber den Zusatz de Herz s. Popper a. a. 0. S. 372. 4) Allg. Zeit. d. Jdnt. 1847. S. 382.

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