Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 2 (1901) Heft VIII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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169 In solchem Style, wenn wir so sagen dürfen, existieren noch beutzutage in Schlesien mehr als 100 Holzkirchen (s. Geschichte der Holzbaukunst in Deutschland von Carl Lachner). Die schönsten und originellsten in dieser Art finden wir in Lubonie, Syrynie vom Jahre 1305, in Brzezie vom Jahre 1331, ebenso in Jedlownik, Pniew, Boguczyce und verschiedenen anderen Städtchen. Anmutiger jedoch als die obengenannten ist die Holzkirche, welche die schlesische Stadt Poniszowice ziert (gebaut im Jahre 1499). Dieselbe besitzt alle vorhin erwähnten charakteristischen Merkmale, also auch die Anbauten in verschiedenen Höhen, sowie die aus verschiedenen Teilen zusammengesetzten Dächer und den äusseren Balkon. Die Vermutung also, dass die Juden, die aus den deutschen Ländern nach Polen kamen, zu Entwürfen für ihre Holzsynagogen als Muster die ihrer früheren Heimat nahmen, ist nicht unwahrscheinlich. Wenn nach vielen und exakten Nachforschungen die eben ausgesprochene Vermutung gerechtfertigt erscheinen sollte, würde sich in diesem Falle die Frage aufwerfen lassen, oh die auf polnischem Boden gebauten alten Holzsynagogen von jüdischen Baumeistern errichtet worden sind. Trotz der unsererseits in dieser Hinsicht eitrigst angestellten Nachforschungen und zahlreicher schriftlicher Anfragen bei den ältesten Gemeinden ermittelten wir bis jetzt noch keine Spur der Existenz Fig• 11• Silberne Krone mit echtvergoldeter auch nur eines einzigen Ornamentik in der Synagoge za Pohrebyszcze jüdischen Baumeisters aus ^2 ^er na׳k Grösse), dem 17. oder IS. Jahrhundert. [S. dagegen zum Schluss.] Jedenfalls lässt sich nicht leugnen, dass die Synagogen, von welchen wir in dieser Arbeit sprachen, mit Sachkenntnis und einem gewissen Geschmack, folglich durch Fachbauleute errichtet worden sind. Sollten denn die damaligen Juden zum Zwecke der Errichtung schöner und haltbarer Synagogen sich christlicher Baumeister und Zimmerleute bedient oder ihnen wenigstens Pläne zu denselben unterbreitet haben? Für die Wahrscheinlichkeit dieser Vermutung spricht noch, bestärkt durch die von uns gesammelten glaubwürdigen Beweise, der Umstand, dass viele vornehme polnische Magnaten LJ «fr•1 ־/r«\?*־׳*>