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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 2 (1901) Heft VIII · p. Seite 159

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
2 (1901) Heft VIII
Date
1901-01-01
Page
Seite 159 (sequence 50)
Language
German
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159 zufrieden gewesen mit Gotts Gob und hobben em dafür gegeben Dank un Lob. Auf einmal hot Chaweleben bekummen a Sucht zu essen a verbottene Frucht. A giftige Schlang is ins Haus gekummen un hot ihr die Ohren vull gesummen; a Wab vermag auf en Mon gar assach [viel]. Ihr Züngele hot ihm gemacht schwach, ■asu lange hot sie in ehm gestachelt, bis er hot ach vun der Frucht geachelt [gegessen]. Nu is Adaunoj [Gott] geworden brauges [zornig) gar sehr, weil sie hobben gegeben auf die Schlang Gehör, herausgesarket [hinauswerfen] hot er sie aus ,n Gen Eiden, mit Charpe [Schande] hobben sie gemusst aus dem Paradiese scheiden. Vor Busche [Scham] hobben sie niedergeschlagen seier Blick un vorbei wor es mit seier Naches [Lust] un Glück. Ich wende mich jetzt zu Enk, Chosen- und Kalleleben [Brautpaar]! Ich will Enk heute a gute Eize [Rat] geben. Nehmt Euch a Beispiel von ersten Poor, wenn Etz wollt glücklich leben bis 100 Johr. Wie in Gen Eiden könnt Etz leben alle Teg, wenn Etz gein werd in Gottes Weg. Viel beise Schlangen laufen herum, wos können Euch verführen schief und krumm. Asu wie heute liebt Euch immer, der Scholem [Friede] weiche aus Eurem Hause nimmer! Seids sporsom, nur nischt zu schmutzig, un eins thor nischt sein gegen’s andere trutzig. Kummt chelile [Gott bewahre] nischt auf e schlechte Deie [Gedanken], und Gott wird Enk benschen [segnen] wie Awrohom, Jizchok und Leie [Lea]. Zum Berschus’chein [mit Eurer Erlaubnis] will ich Enk noch Aussei Scholem [ein Gebetstück] singen. Gott geb, dass es soll mer schein gelingen! (Singt.) (Für Beifallsäusserung:) Rabaussei [M. Herren!], ich dank Enk gar sehr für den Kowed [Ehre] un Ehr, mit meine Nareschkeit will ich nischt gefallen, nur messamech sein [erfreuen] Chossen und Kallen; doch jetzt halte ich mein Maul. Uwoleziaun gaueil [ein Gebetstück].1) Bersohn M., Einiges über die alten Holz- Synagogen in Polen2). Autorisirte Übersetzung aus dem Polnischen von M. de Pen. Bekanntlich haben sich in einigen polnischen Städtchen, die grösstenteils von Juden bewohnt sind, hölzerne Synagogen, oftmals originell in Form und Stil, erhalten, welche, wenn auch nicht genau zu י) Eine Orthographie war bei dem Charakter der Überlieferung unmöglich. — ־) Aus den Berichten der Commission für Kunstgeschichte der k. Akademie d. Wiss. zu Krakau 1895/1900. Der letzteren sei an dieser Stelle für die freundliche Überlassung der Cliches gedankt, welche diese Arbeit iliustriren.

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