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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 2 (1901) Heft VIII · p. Seite 160

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
2 (1901) Heft VIII
Date
1901-01-01
Page
Seite 160 (sequence 51)
Language
German
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160 charakterisieren, dennoch wert sind, die Aufmerksamkeit des Forschers auf sich lenken und eine nähere Erörterung verdienen. Der angeborene Konservatismus und vielleicht noch mehr die Armut der jüdischen Gemeinden haben dazu beigettagen, in diesen Städtchen einige dieser altertümlichen Überbleibsel, welche der Originalität nicht entbehren, bis zum heutigen Tage beinahe im Urzustände zu erhalten. Es ist zu bedauern, dass Gebäude dieser Art gewöhnlich durch verschiedene Lehm- und Bauernhütten, wodurch sie dem Auge des forschenden Reisenden Im 16. und 17. Jahrhundert errichtete man in Polen meistens hölzerne Synagogen, da, ebenso wie in anderen waldreichen Ländern, so auch hier die Juden von der Natur eine Fülle Baumaterial erhielten, welches billig und leicht zu bearbeiten war, und dessen sie sich gern bedienten. In Anbetracht der gastfreien Aufnähme als auch der ihnen verliehenen Rechte und Privilegien, welche ihnen Ruhe und Wohlstand sicherten, sind sie dem Lande zugethan worden und errichteten dauerhafte Synagogen, von denen einige, trotzdem geraume Zeit seitdem verflossen, dennoch bis zum heutigen Tage existieren. Über letztere hat bereits die Zeitschrift ״Klosy“ (״Die Ähren“) kurze Berichte mit gelungenen Abbildungen, grösstenteils von Siegmund Gloger, gebracht. In Anbetracht der Wichtigkeit des Gegenstandes hielten wir es für nötig, diese verschiedenen Erwähnungen durch hier folgende Einzelheiten zu vervollständigen. Zu den originelleren Synagogen wird die in Hoch Mazowieckie gezählt, obschon man gestehen muss, dass vom architektonischen Standpunkte aus ihre Gestalt durchaus nicht das Auge des Beschauers entzückt. Das mittlere Schiff, beinahe viereckig und durch ein mit drei Abhebungen spitz zulaufendes Dach gedeckt, ist von allen Seiten durch einfache Anbauten mit kleinen niedrigen Dächern umgeben in der Art, dass von jeder Seite drei einzelne kleine Dächer zu sehen sind. Die Haupteingangsthür, die Fenster und das Hauptgesimse, die sich rings um das Gebäude ziehen, stellen nichts Besonderes vor; sie sind ganz einfach, ohne jegliche Spur von Ornamentik und sind mehr oder weniger in jenem Charakter gehalten, den wir noch jetzt bei einzelnen Bauernhäusern finden, die Ladislaus Matlakowski beschrieben hat. Die Abbildüng der obengenannten Synagoge hat Siegmund Gloger nebst Beschreibung in ״Klosy“ 1874 No 471 gegeben. Um der Gefahr des Zusammensturzes zu entgehen, hat man diese Synagoge um das Jahr 1880 eingehen lassen. entzogen werden, verdeckt sind. Figur 1. Fenster. (poln.). ) Ladislaus Matlakowski: Die ländliche Bauart in Podhal, Krakau 1892

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