Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 2 (1901) Heft VIII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Mit dem Fortschreiten der Kultur verfeinert sich naturgemäss auch der Baeaisdienst. Er entfremdet sich immer mehr seinem ursprünglichem Wesen, dem Naturkult. Baeal, der Befruchter des Bodens, wird dem Landmann zum Herrn des Grund und Bodens, des Familienerbes, des Volksbesitzes An die Stelle der bamot, der natürlichen Opferstätten, treten Altäre und Tempel, die Verehrung der freien Natur löst eine kosmologische Symbolik ab. Wie das Meer in phön. Tempeln durch ein Becken, ähnlich dem ehernen Meer im Heiligtum zu Jerusalem, vertreten wird, und wie man gegen den עץ רעק die 5asera eintauscht, so wird der Bafal aus einem Naturgott der Schirmer der Stadt, der Burgherr; sein Kultus, der von Hause aus einen sinnlichen Charakter trägt, wird, dem üppigen städtischen Leben angemessen, so besonders bei den Phön., immer obscöner. Dank den politischen und Handelsbeziehungen zu Baby- Ion und Aegypten treten noch verwandte Momente hinzu. Jedenfalls ist Ba'al erst später unter babyl. Einflüsse Sonnengott ge* worden. Dass der Baeaisdienst in Israel nie national gewesen, zeigt der Umstand, dass sich בעל sehr häufig bis in die Zeit der Könige in den hebr. Eigennamen, aber nicht ein einziges Mal in Verbindüng, mit אל oder כתן findet, während die Phön. und Palm. Ba'al- Composita1) mit 2מלך) und אדון, die Kan. im engeren Sinne solche mit עם und נתן kennen. Namen, wie בעלגד (vgl. בעלי יהודה [LXX apX0VT£d^) un<l בעלתמר (vgl. בעלתבאר), sind unbedenklich den Kan. auf Rechnung zu setzen. Das vielbesprochene בעליה aber ist, ähnlich wie ,מלכיה ,שריה אדיגיה, einfach damit zu erklären, dass die Hebräer den Namen Ba'al auf J übertrugen ebenso, wie diesen Titel die Idumäer ihrem Molok, die Syrer ihrem Obergotte Mar verliehen haben, welch letzterer übrigens die Marina, die Untergötter, wie ״der Ba*ala xaT£^0)(Y)v anfangs die Ba'alim, neben sich duldet. Eine Amalgamirung *) des Bacalsdienstes mit dem J-Kult daraus zu lesen, dazu fehlt es an einer sicheren Grundlage. Ebensowenig lässt sich hieraus, wie aus den nom. pr. i. Allg., für die Ausbreitung des J-Gedankens in der älteren Zeit folgern. Saul nennt seine Söhne Jonatan und Isba'al, Jonatan den seinen Meribacal« Davids Söhne heissen nach J, aber auch hier bildet Baraljada eine l) Vgl. aeg. Amun-Ra*; assyr. Istar-ASur (E. Meyer. Gesch. d. Alt. I, 481); phön. מלקרחבעל, bes צדתנת ,אשמגעשתרת .מלבעשתרת (Rev. de l’hist. d. relig. 1881, 3, 183); rnoab. עשתרכטוש (Bäthgen 439); griech. Zeuc A10vu<y0;J, nach Z 24, 655 auch אלהים JJ — מ^בבל ף, vgl, B'athgen85: בעשא .מלכבעל (KB Sulm. II 173: Ba’sa, Sohn des Rububi) ==;? בעל שא. vgl. palm. עתשא ,(תימצא) תימשא ,אלהשא (Gr. Frauenn. 670) u. a., ־— hebr.״ שיGeschenk“, vgl. n. pr. שיא) ,אבשי), s. ob. unt. עמם, K 306, 5: Ab-la-a, 433, 29: Ahi־sa־a.