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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 2 (1901) Heft VIII · p. Seite 114

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
2 (1901) Heft VIII
Date
1901-01-01
Page
Seite 114 (sequence 5)
Language
German
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114 berühmten Kabbalisten R Isaak Aschkenazi (Lurja) herrühren*). Liefert uns schon dieses gedruckte Büchlein einen interessanten Beitrag zum jüdischen Aberglauben, so sind die handschriftlichen Notizen, die von neuerer Hand einem Exemplar des genannten Buches, welches dem sei. Professor David Kaufmann gehörte, beigefügt sind, um so mehr von Interesse. Die Notizen lauten in deutscher Uebersetzung: 1• Ueberlieferung von R. Jehuda החסיד sei. A. Man merke auf und achte auf folgende zwei Tage: Wenn es regnet am 19. Tammuz und nicht am 21., dann wird bis Nisan Teuerung, dann aber Billigkeit sein; regnet es am 21. Tammuz und nicht am 19. Tammuz, dann wird bis Nisan Billigkeit, hernach Teuerung sein; regnet es an beiden, wird das ganze Jahr Teuerung sein; wenn es aber nicht regnet, nicht am 19. und 21. Tammuz, so wird das ganze Jahr Ueberfluss und grosse Billigkeit herrschen. Leben und Frieden über ganz Israel. (Auf einem Blatte vor dem Büchlein über Donner und Erdbeben.) 2. Preis der Frucht. Den Preis der Frucht zu wissen: ein merkwürdiges Geheimnis und grosser Nutzen. Wenn du fürs ganze Jahr den Preis der Frucht wissen willst, ob sie teuer oder billig sein wTird, nimm vom Weizen. was du eben findest und wäge es ab die erste Nacht vom Monate Tammuz nach christlicher Rechnung, und des Morgens wäge es und wäge es wieder des Abends, sieh nach, ob das Gewicht zugenommen oder abgenommen hat. Und also wäge es fortwährend jeden Tag morgens und abends zwölf Tage. Soviel Tage es zugenommen hat, soviel Monate wird der Preis hoch sein; war es am ersten Tag, demgemäss wird’s teuer sein den ersten Monat, und so bilden alle zwölf Tage ein Omen für die zwölf Monate. Hat aber das Gewicht abgenommen, so wird demgemäss der Preis niedrig sein. Wisse, dass das ein merkwürdiges Geheimnis ist, und alles durch Gottes Hand. 3. Monat Tebet. Das ist auch ein Zeichen für die Frucht. Ist die Tekufa vom 15. bis 20., mittlerer Preis. Wenn von Rösch Chodesch bis 10., dann, Gott bewahre, teuer, und auch bis zum 15. des Monates ist Teuerung zu befürchten. Fällt Rosch Chodesch Tebet auf Sonntag, dann wird dasselbe Jahr Regen sein, am Ende des Sommers jedoch wenig, so dass die Saaten nicht wachsen; die Nahrung der Menschen wird wenig sein, aber sie werden satt. Wenn auf Montag, so wird viel Regen sein, starker Winter, viele Saaten; nach dem Sommer werden die Menschen — Gottbewahre — krank werden*; das Brot wird viel und gut sein und die Frucht des Feldes viel und gut; es sterben die Kinder an der Mutterbrust, und es wird das Harz wenig sein. Wenn auf Mittwoch, dann *) Ich habe das ^Verkeilen ungarisch übersetzt in M. Zs. Szemle 1901.

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