Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 1 (1901) Heft VII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
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90 A ״Iech hob is üpgitrepit (kleinruss. abklopfen, absehütteln).“ ״Du® weis 1ech awade (gewiss) nist, ni (nun) fug mer s&jn (schon), vin wanet hosti dus Rüed?“ A (als) me ferner seju giwefn nüent (nahe) vin Ötetl hot Mejse gifügt: ״fet Rebelebn, farechtugn (vor 8 Tagen) if der Kr6tsmer (Wirt) giwefn ba ints in Stupt, hob 1ech gifehin, af er hot gihät näje Reder, in wi dus Imglik (Unglück) hot ints gitrofn ob iech mech dermant. (erinnert) darüen, in ba der Nacht, af Pr Rebelebn hot gislufn, hob 1ech dus Rüed mechilef giwefn (vertauscht).“ Ni wües fol Pch enk fil dertseiln, mäne libe Lat, bekitser 1®r hobt gifehin af Mejse hot dus Rüed üpgitrent, üpgifäft, üpgitrepit in mechilef giwefn, ober giganwet hot er nist. Ad bijejs hagejel weomrim kadis! (עד ביאת הגואל ואומרים קדיש.) Lenezyc (Russ. Polen). S. Kohn, Hamburg. Der Jude im Schlesischen Weihnachtsspiel. Wie im letzten Hefte, bietet uns auch diesmal eine Buchbesprechung den willkommenen Anlass, den ״Juden im Volksschau־ spiel“ von einer neuen Seite zu beleuchten. ״Die schlesischen Weihnachtsspiele“ von Friedrich Vogt (Leipzig bei B. G. Teubner 1901), wie alle Arbeiten dieses durch seine deutsche Literaturgeschichte in den weitesten Kreisen bekannten Gelehrten mustergiltig, behandeln in 4 Kapitebi ״das schlesische Adventspiel, Verbreitung und Ursprung des Adventspiels, das Spiel von Christi Geburt, die Herodesdramen und das Sternsingerspiel “, — Gegenstände, die in jedem Schlesier Eindrücke der frühesten Jugend wachrufen und durch die geschichtliche Perspektive vertiefen. Das Spiel von Christi Geburt geht (S. 135), wie das Prophetenspiel, dessen herrlichste Darstellung Michelangelo in den Deckengemälden der Sextina geschaffen hat, und die Weltgerichtsdramen auf den Augustin untergeschobenen ״De altercatione Ecclesiae et Synagogae dialogus“ und den gleichfalls pseudepigraphischen ״Sermo beati Augustini contra Paganos Judaeos et Arianos de symbolo“ zurück. Wie sich hieraus das geistliche Schauspiel und gleichzeitig die Behandlung der ״Kirche und Synagoge“ in der bildenden Kunst entwickelt hat, schildert ausführlich und anschaulich Weber in seiner Studie ״Geistliches Schauspiel und kirchliche Kunst“ u. s. w., Stuttgart 1894. Einen überaus günstigen Nährboden finden diese Spiele, ursprünglich unter geistlicher Leitung, in dem mit den Kreuzzügen erstarkenden Judenhass. Hierdurch erklärt sich bereits zur genüge eine gehässige