Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 1 (1901) Heft VII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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77 im Himmel (p. 32b) ist eine bemerkenswerte kabbalistische Formel, doch hat דיקנא schon talmudische Vorgänger. Aus dem pseudo-philonischen Buch Antiquitates (Jewish Quarterly Review X, 297) gehören hieher die Engelnamen Zernel (רצונאל?), qui praeerat virtuti; Nathaniel (נחניאל), qui praeerat igni; Seruihel (זרדעיאל); Ingethel (אגרח אל ,אנגרת?), superpositus occultis; Phadahel (פדהאל, cf. Num. 34, 28). Im nachfolgenden gebe ich einige selbständige Erklärungen zu fremdartigen, hauptsächlich griechischen Engelnamen. Solche stehen ja im Mittelpunkte des Interesses, weil sie ein Stück Kulturgeschichte aufrollen. Von Beschwörungen ist bei diesen Engelnamen am allerwenigsten die Rede; sie werden hauptsächlich in Gebeten genannt. Die Synagoge hat offiziell keine Kenntnis davon genommen, denn sonst hätte sie sie aus der Welt geschafft. Nur gegen das Gebet □מכניסי רחמי (in den Selichoth) sind schonin alten Zeiten Stimmen laut geworden. Mit einigem Rechte kann auch der berühmte talmudische Ausspruch, dass die Engel nicht aramäisch verstünden, als Polemik angegeben werden, denn man weiss, wie solche Gebete mit Vorliebe aramäisch abgefasst sind, und da wollte man den Leuten zu verstehen geben, dass sie auf Gehör nicht hoffen könnten. Auch gegen die alten christlichen Haeresien kann der Spruch gerichtet sein, denn auch diese bedienten sich der aramäischen Sprache als theurgischen Mittels, das man ihnen aber entwinden wollte. Trotzdem die nachfolgende Liste zumeist Etymologien giebt, so resultiert daraus auch die Erforschung der Volksseele, die sich mit diesen Gedanken trug. Für antiquarische Winke habe ich nach Thunlichkeit gesorgt, so dass ich hoffen darf, dass meine Notizen den Rahmen dieser Zeitschrift nicht sprengen. אדרמיאל aus Schoschanath Jakob (Amsterdam 1706) p. 35b; ßsQ0vt«-El ,,lance de Dieu“ (Schwab). Richtiger: averte + אל ״wende es ab, Gott! Vgl. den lateinischen Spruch: quod omen dii avertant אברימונס aus Sefer Raziel f. 4a, Name des 5. Tages in der Woche; Abri vopog ״puissante loi“ (Schwab). Ich lese אבדומטם ר) und 'י stehen für und וג ,ו für ט, wie so oft; und das ist ißdofjccg -adoc, auch lateinisch hebdomas. Bekanntlich bedeutet hebdomas den siebenten kritischen Tag bei Krankheiten (Cicero, Ad fam. 16, 9, 3). Poetisch kommt auch eßdo^arog vor und dieses Wort steckt wohl in dem von mir angenommenen אבדימטס. Ferner bedeutet eßdoprj bei Herodot VI, 57 den siebenten Tag im Mondmonat, wofür man lateinisch nonae sagt; nun ist aber nonae ausser im März, Mai, Juli und Oktober nicht der siebente,