Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 1 (1901) Heft VII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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76 von solchen Namen befindet sich auch in Mitteil. V, 71. Es ist kurios zu sehen, wie die Juden, und zwar zu allermeist die sich fromm gebahrenden Chasidira, ungeniert griechische Götternamen, wie Hephaestos, Dionysos und Andere im Munde führen. Nicht immer sind die Götternamen auf geradem Wege zu Engeln geworden, oft mussten sie erst travestiert werden, um eine neue Form annehmen zu können. Aphrodite z B, auch bei Schwab verzeichnet, bedeutete auch den besten Wurf im Würfelspiel (Guhl-Kohner S. 333), und wer weiss, ob nicht solche minder verfängliche und gewiss recht populäre Anschauungen den Weg in den Sinn der Juden angetreten haben. Die Forschung hat hier noch ein weites Feld. Die jüdischen Engelnamen haben mitunter ein ganz wunderliebes Gepräge. Sie sind oft willkürlich gebildet worden, und schwerlich hatte man dabei die Absicht, sie durchschaulich zu machen. Oft sind es nur sinnlose Buchstabenkomplexe, die uns entgegenstarren, und wer vermöchte sie aus der reichlich wuchernden kabbalistischen Litteratur alle in Reih und Glied zu stellen! Doch wird diese Litteratur einmal abgeschlossen sein, und da wird auch diese Arbeit geleistet werden müssen. Zunächst habe ich aus dem allverbreiteten Simmus Tehillim (שמוש חרולים, hinter den Psalmen, Wien 1809) mir einiges notiert, was bei Schwab nicht zu finden ist. Es kommen vor אל הד (Schwab 57 פלאיאל) פלא,אלהבי,אהא ,יהך \הו,ישעי,(אל הי Schwab 221), איטמי ,אי ,אם ,אדיה ,צבא ,הי (Schwab 52 הד ,(איטמיז (Schwab 108 אל קנא טוב ׳יה ,(הד הדום (vergl. 134), מופיאל ,שו ניאל ,ון etc. Bedeutsamer sind die Namen, die ich in einem alten תקון, dessen Titelblatt fehlt, gefunden habe. Dergleichen kabbalistische Schriften sind voll mit wunderlichen Gottes- und Engelnamen, doch hebe ich bloss einige besonders bemerkenswerte Namen hervor. Darunter ist von besonderem Interesse ein Gottesname (שם) aus 24 Augen (עייניו) und 72 Strichen (תגין) mit darauffolgender Abbildung. Das sind, wie man sieht, die Buchstaben יהוה, die von Ringelchen (Aeuglein) gebildet werden, deren jedes drei Striche hat; Aeuglein also 24, Striche 72. Beide Zahlen sind als Bestandteile der Gottesnamen allgemein erkannt Man sieht noch ausserdem an dem Bilde, dass es den griechischen Buchstaben 111111 ähnlich sieht, wie die Kirchenväter berichten. Nächstdem kommt vor (p. 69h) יה אדני מטטרון, wo die Göttlichkeit Metatorons unzweideutig ausgedrückt ist; vgl. Schwab 170. — סמטוריה (p. 72a, jeder Buchstabe mit Segol punktiert) ist wahrscheinlich Symmetria. Auch p. 74a. 0מ .1 סטוטריה auch Zohar Livorno 1781, I, 108a. — דיקנה דבהנא רבא Bild des Hohepriesters