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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 1 (1901) Heft VII · p. Seite 70

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
1 (1901) Heft VII
Date
1901-01-01
Page
Seite 70 (sequence 71)
Language
German
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70 dem eigentlichen Inhalte des Liedes Eintrag gethan hätte. Aber dass eine solche Umänderung stattfinden konnte, dass unser Lied auf dem Wege von Südarabien nach Mittelasien eine so gründliche Metamorphose erfuhr, erklärt sich aus dem Umstande, dass wir in ihm ein synagogales oder liturgisches Volkslied zu erkennen haben, welches sich zunächst mündlich erhielt und, weil vielfach gesungen, auch vielfache Aenderungen erfuhr. Der Ursprung des Gedichtes ist, wie die Textgestalt in J. zeigt, ein gelehrter. Aber es popularisierte sich gewissermaassen im Laufe der Zeit, und tritt uns in B. in einer volkstümlichem Gestalt entgegen, die auch von dem mangelhaften oder fehlerhaften hebräischen Wissen des Kreises Kunde giebt, in dem es gesungen wurde. Nun noch einige Bemerkungen über einzelne Ausdrücke des Liedes in beiden Gestalten. Was den Refrain des Liedes betrifft, der das Ganze ein!eitet und nach jeder Strophe sich wiederholt, so bedeutet derselbe (nach J.): ״Aus dem Munde Gottes, aus dem Munde Gottes werde Israel gesegnet.“ Statt יתברך ישראל hat B.: ״ תתברך כישראלwerdest du gesegnet wie Israel“. Ich weiss nicht, welchen Sinn die Singenden damit verbunden haben Die Epitheta Gottes sind für folgende Strophen mit denen identisch, welche das ebenfalls als alphabetisches Volkslied zu bezeichnende אדיר הוא (in unserer Pesach-Haggada) darbietet: 1, 5, 9, 10, 11, 13, 17, 20, 22. So nach J. Drei Epitheta Gottes sind in B. auf Moses übertragen: 3, 4 (ךאי_ין geschrieben, eine Wiedergäbe der volkstümlichen Aussprache des Wortes דין: Däjan), 9. In Str. 5 und 21 hat B. das Epitheton Gottes der Thora zugeteilt. — Das Ep. in Strophe 6 (ועד) stammt aus Jerem. 29, 23. — ברן] (dafür B.: זוכר) ist eine in der Traditionslitteratur nicht vorkommende פעלן - Form aus לוחם — .זכר ist ein Aequivalent für איש מלחמה, Exod. 15, 3; vgl. Ps. 35, 1. — Was die Epitheta Gottes in B. betrifft, so ist Folgendes zu bemerken. Zu בחיר (vgl. בחור im Liede אדיר היא) bietet Hoh 5, 15 die Grundlage. — Zu חדש s. Deut. 11, 12 und I. Chr. 28, 9, auch Ps. 9, 13. — Zu טוען vgl. אסבל, Jes. 46, 4. — לעד, Adverbium, פותח — .קיים לעד, nach Ps. 145, 16. Moses erhält auch das Epitheton גאון, den Titel der baby- Ionischen Schulhäupter, der dann auch anderen hervorragenden Gesetzeslehrern zu Teil wurde. — Zu רוקן vgl. ספרא דוקנא. Ab. zara 10a. ספרי דווקני, Menach. 29b. — Zu הגון vgl. תלמיד שאינו הגון Chullin 133a.״, zu ותיק vgl. תלמיד ותיק j. Pes. 17a und sonst. — טפסר (aus Jer. 51, 25, Nach. 3, 17), im jer. Targ. zu Deut. 28, 12 s. v. wie Engel (vgl. Josua 5, 14); hier Moses als Gottes Abgesandter. — לבלר (libellarius), dasselbe was סופר in B., Str. 15. — Zu

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