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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 1 (1901) Heft VII · p. Seite 69

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
1 (1901) Heft VII
Date
1901-01-01
Page
Seite 69 (sequence 70)
Language
German
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69 Interesse, dass in einer so unwesentlichen Einzelheit des Rituales eine Berührung zwischen den Juden Mittelasiens und denen Südarabiens stattfindet, so wächst das Interesse an dem Liede, wenn wir die beiden vorliegenden Texte mit einander vergleichen. Unter Nr. I habe ich zur bequemen Vergleichung den Text von Jemen und den von Buchara neben einander gestellt. Man wird leicht bemerken, dass in keiner der zweiundzwanzig Strophen des alphabetischen Liedes die beiden Texte mit einander übereinstimmen. Seiner Struktur nach enthält das Lied je zweiundzwanzig Epitheta Gottes, des Sohnes Amrams (Moses), der Thora und Israels. Denn sein Inhalt ist die Verherrlichung der Unvergleichlichkeit Gottes und seiner Lehre, sowie des Volkes, dem — und des Propheten, durch den Gott die Thora gegeben hat. Wenn wir nun die beiden Texte in Bezug auf die vier Reihen der Epitheta vergleichen, so ergiebt sich, dass sie für die Epitheta Gottes nur in acht Strophen über־ einstimmen: 6, 7 (18 ,(סלח סולח) 15 .11 ,10 ,8 ,(זכרן זוכר ציר ציר), s. Berach. 10a, zu I. Sam. 2, 2), 22. Die Epitheta Moses5 sind dieselben in fünf Strophen: 6, 10, 11, 13, 16; die der Thora in vier Strophen: 8, 11, 15, 18 Was die Epitheta Israels betrifft, so bietet der Text von Buchara (B) eine durchgehende Abweichung von dem jemenischem (J), indem die Epitheta, welche durchaus Participien mit dem auf die Thora sich beziehenden Pronominalsuffixe sind, dort im Plural stehen, während im Texte von Jemen Israel als Collectivum ein Epitheton im Singular hat. Nur in zwei Strophen stimmen für Israel die beiden Texte überein: 14 und 19. Vielleicht ist auch in Strophe 19 עובדיה in J, was eigentlich keinen passenden Sinn giebt (höchstens wenn עושיה — עובדיה), auf eine Verschreibung aus עובדיה (dies beruht auf Prov. 6, 21) zurückzuführen. Der Sammelband Adlers enthält noch eine zweite Abschrift des Liedes, jedoch nur den Schlussteil desselben (Str. 13—22). Diese zweite Abschrift, welche älteren Datums ist, stimmt mit der ersteren genau überein, nur dass der Gottesname, das Tetragrammaton (in J יהוה), mit יוי, und nicht mit יי geschrieben ist, ferner eine Variante für Moses (Str. 21: שופע st. שופט) und eine für Israel (Str. 20: רודפיה st. רופאיה) bietet. Man sieht aus den bisherigen Angaben, dass unser Lied in Buchara für den überwiegenden Teil der Strophen eine von dem jemenischen Texte durchaus abweichende Gestalt gewonnen hat. Denn es ist klar, dass der im Gebetbuche für Jemen enthaltene Text der ursprüngliche ist, jedenfalls derjenige, der der ursprüngliehen Gestalt des Liedes näher steht. Die einfache Struktur des Liedes, sein symmetrischer Aufbau und seine alphabetische Form liessen eine solche radikale Umgestaltung zu, ohne dass dieselbe

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