Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 1 (1901) Heft VII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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56 betreiben und leichtfertig wieder aufgeben. Mnd. Wb. 3, 394. Schamb. 163. Woeste 151. Mi 67. lag, Lauge, bildlich: wer der erliehe redliche מרדכי . . leben geblieben, wer אפשר (vielleicht) menchem die lag rät aufem hopf gehonten un' wer derselbe בוודאי (gewiss) ach zu ein grosert 'man geworen. 121 f. Vgl.: Vnd ist den Gleubigern vnd Bürgen, die sich vor sie verhafft gemacht, die Lauge vber den Kopp kommen, aus Friedbora, Histor. Beschreib, v. Alten-Stettin 1613 zit. bei Wan der 2, 1820. 9. (also etwa im Sinne von: in die Klemme geraten). Eine B׳edensart: den Apen de Loge up’n Kopp bruwen führt Bergh. 2, .413 an. Aus Wieland: Ich bereite ihm eine andere, schärfere Lauge zu, die desto besser wirken wird, weil sie ihm ganz unversehens über den Kopf kommen soll. DWb. 6, 339. lam, Lehm 126. Davon lamendig, aus L.: was 801 oder kan der לאמינדיגע mensch der zu tun 14. K. hat, wie aus seiner Anmerkung ״unmündige hilflose“ hervorgeht, das Wort als Zusammensetzung von לא und mündig aufgefasst! Dagegen hat er in der folgenden Stelle, Dank dem יי, das Richtige getroffen: (Gott hat den unsterblichen Teil unseres Kindes zu sich genommen) un unser betript ליימגדיג חלק (Teil) vor uns ligen lasen 191. Leim, Leimen, die obd. Form zu md. nd. Lehm in der Schriftspr. des 16. und 17. Jh. auch bei nd. und md. Schriftstellern. DWb. 6, 545. Die Bildung von Adjektiven aus Subst. durch Anhängung der Partizipendung -dig ist Jd. nichts Ungewöhnliches. Im vorliegenden Falle mag sie noch durch die Aehnlichkeit der Form Leimen mit einem Infinitiv begünstigt worden sein. lefzen, Lippen 199 f. Von G. nur in der Schilderung des Todeskampfes ihres Mannes gebraucht, wahrscheinlieh nicht aus der Umgangssprache, sondern Reminiscenz aus der jd. Literatur, wo es der gewöhnliche Ausdruck ist. Lefze, ein vorwiegend obd., bis in dieses Jh. auch in der Schriftspräche angewendetes, jetzt fast abgestorbenes Wort. DWb. 6, 516. leidig: trauart auf mein leidigen stern 131. der leidige יצר חרע (böse Trieb) 138. nd. leidich, Leid verursachend, widerwärtig, bes. Beiwort des Teufels Mnd. Wb. 2,658. unselig Schütze 3,24. leidig DWb. 6, 675 f. leiplich: ein leiplichen eit schwehren (in der entlehnten Erzählung 97). Der leibliche Eid ist der feierlich mit Anrührung der Körper der Heiligen oder mit zu Gott emporgerichteten Fingern geschworene, im Gegensatz zum schlechten Eid, bei dem nur die Eidesformel gesagt wird. DWb, 6, 606, 7. Vgl. mit mynen lifliken vyngheren . . to den hilgen gesworen. Mnd. Wb. 2, 708. lenen, mutuo dare neben leien 349 (Gans). G. hat nur (Geld) var lernt 37. 210. 293. MB. scheint ausschliesslich lenen zu haben, in den BÜ. kommt daneben auch leien vor. nd. le(he)nen, leinen Mnd. Wb. 2, 664. lenen Br. Wb. 3, 53. Dann 126 Schamb. 122. Woeste 109. Mi 50. Angesichts dieser Zeugnisse der Dialekt Wörterbücher scheint die Angabe des DWb. 6, 550, lehnen sei jetzt vorzugsweise auf Oberdeutschland eingeschränkt (?) und im Norden durch leihen verdrängt (in Heynes Wb. 2, 600 etwas abgeändert: ״in der Schriftspr. jetzt durch leihen verdrängt, mundartlich in Oberdeutschland erhalten“), nicht zutreffend. Meines Erachtens richtiger sagt Adelung 2, 1982, lehnen sei ״im gemeinen Leben und der vertraulichen Sprechart der Ober- und Niedersachsen am üblichsten, dagegen im Obd. und in der edlern Sprech- und Schreibart der Hochdeutschen leihen gangbarer.“ liderlich, rasch, schnell: das der junge wahre mensch ... so l. von der weit gehomen ist 111. (von einem nach sehr kurzer Krankheit verstorbenen), nd. liderlik—ch, elend, jämmerlich: de quam hir so 1. umine (von einem der durch eine Geschützkugel getötet wurde) Mnd. Wb. 6, 200. Vielleicht ist auch in dieser nd. Stelle das Hineinspielen der zeitlichen Bedeutung anzunehmen, das in den DWb. 6.989, 3, d) angeführten Beispielen besonders deutlieh hervortritt: so liederlich sterben rasch, leicht (Fischart), gar lid. und bald. (Seuter 1599).