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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 1 (1901) Heft VII · p. Seite 45

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
1 (1901) Heft VII
Date
1901-01-01
Page
Seite 45 (sequence 46)
Language
German
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45 Vgl. Kehr. 3, 51. Franke § 331. Praedicat im Sing, bei Plural des Subjects: mit selben hat mir (haben wir) ziuarn nit so vil מו״מ mit yethan (Geschäfte ge־ macht) 122. Bei drei Subjekten: ivi di meit wil heraus gen, sizt גיסהי (meine Schwägerin) Jenta, Stäka■, Esther ע״ה תוך ב״ה (sei. Andenkens im Bethaus) uri fragen die meit 86. Vgl. Kehr. 3, 63. Franke § 271, 272. Gebrauch des Hilfszeitwortes haben anstatt sein, namentlich bei Verben der Bewegung: hat geriten 110. es hat gangen. 44. 278. hat gewesen 90. ich hab dar mit nit zu friden gewesen 72. Umgekehrt: dar ist gefeit ה, אלפי, ר״ט (da haben 5000 Thaler gefehlt) 163. Vgl. Kehr. 3. § 47. Franke § 251. Wilh. Dialf. 135. Gr. 4, 161. Umschreibung der einfachen Form des Zeitworts durch den Infinitiv mit sein: ob ich schon . . im solche grose טרחה (Mühe) nit ansinm sein [wollen] 256. [bin] solches von E. Juda nit var muten gewesen 116. hat man lernen heraus und herein tun was man begeren ist 149. wen man aber meiner begeren sei, solt [ich] mich wider ein steten 352. er war sich nebich ein schuldigen 39. Jd. sehr häufig, z. B. Grb. 165. 295, n. 3. 371, 11. 1. In dieser seit dem 14. Jh. beliebten und bis ins 16. Jh. gebräuchlichen Umschreibung wurde mit sein das Particip ver* bunden, das später durch Abschleifung der Endung dem Infinitiv formell gleich wurde Wh. § 428. Kehr. 3, § 8. Schm. § 973. Vernal. 1, 22 f. Aus nd. Gebiet, wo diese Erscheinung am frühesten und häufigsten auftritt, seien als Beispiele angeführt: we were ansynnende (Braunschw. Pfaffenbuch v. 1418) Chr. 16, 54, 23 als he dat on anmodende was (Magdeb. Schöppenchron.) Chr. 7, 315. 18. Salomon was hersehen I Kön. 4, 1. efte sin hovet to den wölken roren is (nubes tetigerit) Hiob 20, 6. (Halberstädt. Bibel v. 1522) Mnd Wb. 5, 696. ansinnen, anmauen sin Schamb. 11. sek vermauen sin vermuten 264. verlangen sin 263. ansinn, vermöd’n wäs’11 Danneil 138. anmoden wesen Schütze 1, 35. anmuten sein zumuten ״Der richtige Berliner“ 1880 S. 3. Für das md. und obd. Gebiet hat zahlreiche Belege gesammelt Bech in Zeitschr. f. dtsche. Wortforschg. 1, 88ff. Im Jd. können die oben angeführten Formen nicht aus dem jd. Particip, das in der Regel auf -endig ausgeht, entstanden sein, sie sind hier unzweifelhaft Infinitive und müssen demnach aus einer Zeit und Gegend stammen, wo die deutschen abgeschliffenen Participien nicht mehr als solche, sondern als Infinitive empfunden wurden. Soviel über die Grammatik. Sie ergiebt uns, wenn wir alle Einzelheiten zusammenfassen, für G.’s Sprache nicht das Bild eines einheitlichen Dialektes, insbesondere keinen ausgesprochen

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