Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 1 (1901) Heft VII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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43 in der Form dere, und zwar immer mit mehr verbunden: uri dehre mer (und andere mehr) 30. uri dere שמועות יותר (und andere derartige Reden) 218. uri ret dere שמועות mer mit das menseh 240. wie ach dere mer auf den betripten מעות (auf das leidige Geld) var picht sein 303. Diese Form wird einmal auch für den Gen. Sg. gebraucht: uri dere seine hinder יותר (und dessen Kinder) 30. Der Jüd. Theriak (1615) hat in der Vorrede: oder dere gleichen. Diese Form dere des G. Sg. und PI. ist noch im 12. Jh. nicht selten. Die ahd. Form dero ist alemannisch in der ganzen mhd. Periode verbreitet, noch im 16. Jh. sehr gebräuchlich und sogar im 17. auch bei anderen obd. Schriftstellern zu finden. Luther gebraucht in der BÜ häufig dere. Wh. § 484. Kehr. 1, § 332. DWb. 2, 957. In der Conjugation zeigt sich die schon oben im Abschnitt ״Vocalismus“ hervorgehobene Neigung G’s zur Beibehaltung alter und Einschiebung neuer tonloser e. So in nemet, saget, gibet, belibet, fliget, faret, holet, hilf et, körnet, weschet, sezeten, steleten, gezernet, gedanket, zu kochet zerkocht. Am Ende steht e in ich weise weiss, mage, habe, behüte. 3. Ps.: seie, sole, geböte, hüte. Selbstverständlich fehlt es daneben nicht an Formen ohne e z. B. ich schreib, Got גץ gönne u. dgl. Dieselbe Vorliebe zeigt sich schon in mhd Zeit im Md. gegenüber dem Obd. Wh. § 368. 382. und namentlich im 16. Jh. immer mehr zunehmend in den älternhd. Drucken. Kehr. I § 379. 383. Ueber die Beibehaltung oder Anfügung des End־e• s. Brenner Geschichtliche Grammatik d. dtsch. Spr. 1896. § 5. Wh. § 374 u. die Belege bei Kehr. I, § 338. Wh. Dialf. 126. Luther hält das e im Inlaut viel fester als das Nhd., umgekehrt im Auslaut. Franke § 223. Das Praefix gedes Part. Perf. wird weggelassen in gangen, bliben, heisen, gesen. Die Part, körnen, geben, krogenx) wechseln mit Formen mit ge-gangen, gesen und geben sind allgem. jd. Das gewird auch in zusammengesetzten Verben ausgelassen: vor schosen, aus geben, an fangen, an gangen, zu komen—xorgeschossen u. s. w. Die starken Perfecte, sowie die schwachiormigen Perfecte und Participien starker Verba sind bereits oben als charakteristisch für die Sprache der von G. benutzten Quellen angeführt worden. Wo G. nicht nacherzählt, sondern selbständig berichtet, ist die Zeitform ihrer Erzählung das umschriebene Perfect oder das Präsens. Die mit -et gebildete schwache Form des Konjunktivs Praet. findet sich nicht nur bei schwachen, sondern auch bei starken l) krogen, Part, von kriegen, bei G. sehr häufig* Vgl. gekrogen in der von Rosenberg veröffentlichten jd. Liedersammlung, Ztschr. f. Gesch. d. Juden i. Dtschld., II Nr. 40. Str. 9. Präteritum krog im Ze’enah ure’enah Grb. 201.