Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 1 (1901) Heft VII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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38 PhiL-hist. Kl. 25, 241. 245; 27, 194. 218. 234; 45, 212. Zu vergleichen wäre vielleicht noch die ditmarsische Interjektion des Entsetzens oder Unwillens dwu! (Schütze 1, 282), wenn diese dem mhd. pfuh entspricht und das polnische tfe! tfu!־pfuif Ich beschliesse die Bemerkungen über den Lautstand mit dem Nachweise einiger Verschiedenheiten zwischen der Sprache Gr’s und der des Phöbus Gans aus Minden in seinen als Anhang zu G’s Memoiren S, 334394־ abgedruckten Aufzeichnungen, Die lückenhafte und schwer leserliche Handschrift, die dem Drucke zu Grunde liegt, hat insofern grösseren sprachlichen Wert als die ״vortreffliche“ Hs. G’s, als sie, wie es den Anschein hat (vom Herausgeber erfährt man darüber nichts) vom Verfasser selbst herrührt. Das Fragment bietet allerdings wegen seines geringen Umfangs und des weit stärkeren hebräischen Einschlags (wie das bei einem Manne, dem das Hebr. eben geläufiger war als einer Frau, begreiflich ist) nicht viele Vergleichungspunkte, immerhin sind jedoch Verschiedenheiten, wenn sie sich bei einem Zeitgenossen und halben Landsmann vorfinden, beachtenswert. Das a für e vor r hat bei Ga. (Gans) weiter um sich gegriffen als bei G. Er schreibt parlich neben perlich Perlen* arstn ersten, wardn, markn, sogar wartshaus gegen G/s wertz haus. Umgekehrt schreibt Ga. men gegen G.’s man. Jd. ist mH gewöhnlich, das nach dem Zeugnis Chrysanders in seiner Jüd;* teutschen Grammatik, 175Q, men ausgesprochen wurde. Für nhd ö und ü schreibt Ga. mit den älteren jd. Drucken historisch richtiger וי, worin \ den ursprünglichen o- oder u-Laut bedeutet und י das Zeichen des Umlauts ist, z. B. קויק Köln, קוינן können, מויכטן möchten neben מוכט möchte, אויבר neben איבר über, בררגר Bürger, שטויקן Stücken, לויבקא Lübbecke, aber auch שפיארט spürt, אהין בריק Osnabrück, (nicht, wie K. will, Osenbiniggen!). G. macht dagegen, vermutlich der thatsächlichen Aussprache gemäss, keinen Unterschied zwischen e und ö, i und ü, und schreibt;קעני können, שפיר spüre, איבר über. Andere Belege sind bereits früher gegeben worden. Ga. gebraucht, wie die älteren jd. Drucke >. für f und v, auch das ב mit Raphe: 5 für f, z. B. ור ver-, ואר vor-, ויל viel, וראנקבורט und פתקברט Frankfurt, ליברן liefern, וארק fordern. G. hat fiiir f und v nur C. Ich folge in meiner Transscription des פ der Verständlichkeit wegen der nhd. Schreibung. t und d gebraucht Ga. ganz regellos durcheinander, scheint also keinen Unterschied in der Aussprache zu kennen. Dialf. 84. Ebenso wird anlautendes pf zu kf in der österr. Heanzenmundart z. B. kfarrer, kfingsten. In Iglau gfeifia־Pfeiflein (Hruschka und Toischer, Dtsche. Volkslieder a. Böhmen Nr. 175). In Höchstädt a. Ai8ch in Franken gefarrer, gefärd־Pfarrer, Pferd (Brenner 41).