Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 1 (1901) Heft VII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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37 von Partie. Perf. auf -d entgegenstünde, sagen könnte, dass sie die mhd. Regel befolge, nach der im Auslaut keine Media geduldet wird. Sie schreibt, mit dem Nhd. verglichen, b für p in Matzen Plätze, p für b: im Silbenanlaut; pauer, pukel, geplasirt blessirt, scheinparlich\ im Silbenauslaut: beopachten, betripte, tripsal, ap, lip, vrlip vorlieb. d für t im Silbenanlaut: sibende, gedokdert\ im Auslaut: gewond, geschond, gemeind gemeint, trukend trocknet, nahnt(e) nahe wechselt mit gleich häufigem nahndfe). t für d im Silbenanlaut: tach, beteiten, tesprat, teutisch, t eit sch, zunter, oltenburg gewöhnlich aber olenburg Oldenburg; im Auslaut: gedult. gelt, entlieh, widrstant, leit, schult, hunt, hant, freintlich, hemet neben hemd, meit, eit, אטפיקאט Advokat, kint, teilt neben ivild, siant, ent, muntlich, nimnt niemand. k für g im Silbenauslaut: tvisiklich, meniklich, unei'genklich, aber genediglich, wenik, danzik, leipzik neben leipzig, schlak, zornik, leiknen. Die merkwürdigste Erscheinung des jd. Konsonantismus ist die Vertretung von anlautendem pf durch tf. G. schreibt tferd 104. tfert 106. 159. 294. daneben auch pferd 186. 284. tfenig 43. 103. tfal Pfahl 245. tforten Pforte 287. 154 ברעמיר טפארט, das nach (js Angabe auf dem Wege von Wittmund über Oldenburg nach Hannover liegt, kann, wie ein Blick auf die Karte zeigt, nicht Bremervörde gelesen werden, wie K. will. Vielleicht führte ein Stadtthor von Oldenburg den Namen Bremerpforte. Welcher Ort mit 61 ברעמיר טפערט gemeint ist, lässt sich aus dem Context nicht entnehmen. Dieses tf ist sehr beliebt bei Bl. Dieser hat tfeif öfter als pfeif, tforten fast immer, tfeil nicht so häufig als pfeil, tfert und pfert ungefähr gleich oft, ferner tfeler (mhd. pfeller) Leibrock, z. B. 2. Sam. 13, 18, endlich regelmässig steck tfemk (nd. steek-, stekepenning, Br. Wb 3, 1019. Mnd. Wb. 4, 380) Bestechung. Dieses Wort findet sich nach Grb. 64 auch in der BUe. von 1755. MB. hat zweimal טפילבן Pfühl. Dieser Lautwandel findet sich meines Wissens nur noch bei den Deutschen in Nordungarn. Dort heisst es tferd, tfann, tfil- Pfühl, tfoifen, tfeden־Gurke für Pfedem. Die daneben noch weiter bestehende Aussprache pf veranlasst den Zipser, auch umgekehrt pf für ursprüngliches tw zu sprechen, so pfirler neben tfirler־Quirl (ahd. dwiril), pförich neben twörich־Quark (mhd. twarc aus slav. twarog)1). Schröer in Sitzungsber. der Wiener Akad. d. Wissensch. l) Der Uebergang von anlautendem tw in kw, wie in Quirl und Quark, ist md. Eigentümlichkeit, vgl. Wh. § 153. 229. und noch heute ostmd. und mrh. querg für Zwerg (ahd. twerg). schles. quingen. quengen mhd. twingen. Wh.