Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 1 (1901) Heft VII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Unter die Erscheinungen des Vokalismus ist auch zu zählen die Schreibung דאז oder ראש für den Genit. Sg. m. und n. des Artikels z. B. das מלך sein genad des Königs Gnade 126, das wegen deswegen 97, mit hilf das grase got 74. Dass man es nicht etwa mit einer Vertretung der Genitivform durch die des Nom. zu thun habe, wie man vielleicht nach : an horten das ים am Ufer des Meeres 15, jenes seit das ים jenseits des M, ib. von inen das schif 42. annehmen könnte, sieht man aus den Fällen, wo das dazugehörige Subst. das Genitiv-s hat: an horten das mehres 41. das kinigs tochter 44. das אויבינטש des Abends 21 u. dgl. Ob man dort, wo דש gegeschrieben ist, das oder des zu lesen habe, lässt sich nicht sagen, da ja G. sowohl das a als das e gleich häufig unterdrückt. Diese eigentümliche Schreibung, die, wie oben erwähnt, fast ausschliesslich in den eingeschalteten Erzählungen vorkommt, ist auch jd. nicht selten, z. B. bei Bl. die tropflen das regen Jer. 3, 3. nach das Jcinigs varmegen Esth. 1, 7. di zung das rechtfertigen, des Gerechten. Spr. 10, 20; 32. Häufiger als jd. ist bei G. ein ר statt י für e in Nebentonsilben, zu häufig, als dass man es für eine Textverderbnis ansehen könnte. G. schreibt herburg Herberge, andurst anders, atum, disun, disur, besus Böses, hild(e)sum und 11üdsum(e)r Hildesheim(er). Neben diesen Schreibungen kommen auch solche vor, wo das e durch י oder, wie jd gewöhnlich, gar nicht ausgedrückt ist, so neben 9 mal דיזוש einmal ציפודלי ,דיזיש und ציפירלי, Zipperlein, איידום und אדים Eidam, umgekehrt einmal נימוץ gegen 5 mal גימיץ und 2 mal ׳) אימיץnimez, imez s. das Glossar), Aleksandur und -der, widur und widr. Jd. besonders vor m, im MB. disum, ganzimi, hampurk Handwerk, dagegen jd. נימץ. Umgekehrt schreibt G. das mundartl. lanzeni, langsam, mit י, während die gewöhnliche jd. Schreibung ל(א)נצום ist und nur in Levitas Thischbi 107 sich לנצים findet. Vgl. Grb. 495. Ortsnamen auf -heim werden jd. häufig mit -um geschrieben, z. B. פפררשום Pfeddersheim. Güd. III, 160 11. 2. Dieses u für e erscheint in mhd. Zeit besonders md. in Suffixen, namentlich vor n, z. B. äbunt, eydum, erhabunt Wh. § 84. Aus einer Hs. des 15. Jh. führt Kehr. I, § 328 an: grossun. gantzun, ewigun. § 374: dienun, klopfun u. dgl. Hildesheim heisst im Braunschweiger Schichtbuch v. 1514 regelmässig Hildessem (Chroniken d. dtsch. Städte 16). Das -heim in Ortsnamen lautet in Nassau -um, •em. Kehr. Nass. III, 143. elsässisch -em, z. B. Männern (Behaghel, Ztschr. f. dtsche. Wortforschung I, 62f.) Mitsem Mietesheim. (Schmidt, Strassb. Wörterb. 123). Der md. und obd. weit verbreitete vokalische Nebenton vor und nach Liquiden (Wh. § 86, 87.) findet sich, durch י ausgedrückt, noch häufiger als im Jd. u. z. nach 1, m, n, vor 1, n, r und zwischen r und m oder n, so in ניא מאליש niemals, אליז als, טייליש teils,