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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 1 (1901) Heft VII · p. Seite 30

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
1 (1901) Heft VII
Date
1901-01-01
Page
Seite 30 (sequence 31)
Language
German
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30 beweisen am besten die zahlreichen Verwechslungen von כ und ,ב ג und ר ,ג und ד, Hund ו ,ה und ס ,ז und C, die nur auf Versehen des Setzers zurückgeführt werden können, da diese Buchstaben zwar im Druck, aber nicht in der Kursivschrift leicht zu verwechseln sind. Ich kann also auch aus diesem Grunde keine systematische und vollständige Grammatik der Sprache G.’s geben und beschränke mich deshalb darauf, diejenigen Erscheinungen hervorzuheben, deren häufiges Vorkommen den Verdacht ausschliesst, dass man blosse Textverderbnisse vor sich habe. Die einzelnen Vokale. a wird sehr häufig nicht geschrieben, besonders vor n, z. B. גנגין (ge)gangen, מנגיל Mangel, ילנגין neben לאנגין langen, דנקין danken, גיהנדילט ,קרנקהייט gehandelt, לנד neben הנט ,לאנך Hand, גנטץ ganz, גנז Gans, קן kann, המבורג Hamburg, גישטלט Gestalt, בלדי neben באלדי bald, נר Narr, שטרק stark, גיהט gehabt, קשטין neben קאשטין Kasten, גיזגט gesagt, גימבט gemacht. Auf unvollkommene Bildung oder nachlässige Aussprache des Vokals ist aus dieser Schreibung nicht zu schliessen, da sie gerade bei betontem a häufiger ist, sie scheint vielmehr eine Art stenographischer Kürzung zu sein. Auslassung in Nebentonsilben: קלעש Kalesche, פריז Paris neben פאריז. Diese für G. charakteristische Erscheinung ist jd. viel seltener. MB. hat הבן ,הב, hab, haben, Levitas Thischbi (1541) גנץ. Einige Belege aus einer Hs. des 15. Jh, darunter ורנקריבא Frankreich s, Grb. 51. Güd. III, 289. 0 für a ist nicht so häufig wie jd., nur^'0 für ja regelmässig. a und ä entziehen sich dem Umlaut öfter als im Jd.: schätz Schätze, pasen Pässe, platzen Plätze, pakrn Päcke, pakcher Päckchen, matcher Mädchen (Plur.), warters Wärter (PL), majestat, morgenländisch, täglich, schwär, Comp, schwarer, schwarmut, spat, kontrari, marken merken, schätzen, dachte dächte, waren, gewart währen, gewährt, gewarmet, geangst geängstigt, gewalzt gewälzt. Vermutlich durch diese Wörter und eine falsche Etymologie aus Stadt beeinflusst heisst es immer statin für Stettin. Aber auch e für a sind bei G. nicht selten u. z. nicht bloss מechte“ Umlaute, sondern auch solche e, die nicht auf die Wirkung eines folgenden i zurückzuführen sind, besonders vor n und sch: elter Alter, beschefer Schöpfer (von schaffen), sorg feit (Sg. oder PL?), fester neben flaster Pflaster, polekin neben polakin, krem Pl. von Kram, klepern, ir het habt, derf, begnedigt1 erbeit Arbeit, entwert varentferung Antwort, tenenbaum, ich ken kann, gekennt, zenken, senft neben sanft, menicher, den dann, esch neben asch, teschen Taschen (Pl.), weschen waschen.

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