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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 1 (1901) Heft VII · p. Seite 24

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
1 (1901) Heft VII
Date
1901-01-01
Page
Seite 24 (sequence 25)
Language
German
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24 dem Massstab, mit dem Glückeis Sprache zu messen ist, an dem Hintergrund, von dem sie sich abheben soll. Als dürftiger Ersatz dieser fehlenden Grammatik standen mir nur meine nach der Natur der Sache unvollständigen, bei der Lektüre jd. Schriften gemachten Beobachtungen und für einzelne Erscheinungen angelegte Belegsammlungen zu Gebote. Manchem, worauf ich erst durch G. aufmerksam gemacht wurde, bin ich dann noch besonders nachgegangen Auf dieser Grundlage lässt sich zwar erkennen, was G. mit dem Jd. gemein hat, aber nicht mit Bestimmtheit sagen, ob sich diese Uebereinstimmung auf den allgemeinen jd. Sprachgebrauch, oder etwa nur auf einzelne Schriftwerke oder Gruppen derselben erstreckt. Auch das Verhältnis von Glückeis Sprache zum Jd. in den slavischen Ländern kann hier nicht dargestellt werden. Dass der rege Verkehr zwischen den deutschen und slavischen Juden in der Sprache Spuren hinterlassen haben muss, ist von vornherein anzunehmen. Den unmittelbarsten und stärksten Einfluss auf die Sprache der deutschen Juden muss aber der Unterricht durch die polnischen Talmudlehrer ausgeübt haben. Zu den Angaben des öe'erith Jisra’el f. 85, des Josef Athias in der Vorrede der von ihm herausgegebenen Witzenhausen’schen Bibelübersetzung und des Zuchtspiegels (bei Güd. III, 296), dass man im 17. Jh. Knaben nach Polen zu schicken pflegte, um dort zu ״lernen“ und dass Deutschland damals von polnischen Melamdim überschwemmt war, kommt nun auch G.’s Erzählung von einem polnischen Melamed in Hamburg und dass sie einen ihrer Söhne zum Talmudstudium nach Polen geschickt habe, S. 231, ebenso wie bereits früher ihr Schwiegervater einen seiner Söhne, der auch seine Frau aus Posen geholt hat, S. 62. Zu einer Vergleichung der beiden Idiome fehlt aber die notwendigste Grundlage: ein Sprachdenkmal jener Zeit aus den Im Gegenteil hatte ich gern, wenn nicht nach der Anlage der Bibliographie kritische Bemerkungen ausgeschlossen gewesen wären, neben jeden Titel eine Tafel gesetzt, um vor unvorsichtiger Benützung zu warnen. Die meisten dieser Schriften gehören zum Schlage jener Lexika der ״geheimen Geschäftssprache, deren sich die Juden unter einander, besonders auf Rossmärkten und Handlungen, bedienen, um von den Christen nicht verstanden zu werden“, und beschränken sich auf ein Glossar der hebräischen Wörter im Jd. ohne den geringsten wissenschaftlichen Wert. Eine Ausnahme bildet nur das ״Studiu diaiectologic“ von Saineanu, das jedoch den bei dem heutigen Stande unseres Wissens sehr verfrühten Versuch macht, Geschichte, Grammatik, Etymologie, Lexikographie, kritische Bibliographie, Litteraturgeschichte und Charakteristik des älteren Jd. und seiner heutigen Mundarten auf 78 Seiten abzuthun. Von den wertvollen, in amerikanischen und russischen Zeitschriften zerstreuten Arbeiten L. Wieners sind mir leider nur einzelne, und zwar erst nach der Veröffentlichung meiner Bibliographie zugänglich geworden.

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