Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 1 (1901) Heft VII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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203, 208, 220, 226, 304, 330. Wir können daher dem Schreiber der vom Herausgeber als .־״vortreff lieh“ bezeichneten HS. den Vorwurf der Flüchtigkeit nicht ersparen. S. 74 und 304 sind solche übersehene Sätze nachträglich, aber an unrichtiger Stelle, wieder eingefügt. Andere bedeutendere Auslassungen finden sich S. 97 und 147. Auslassung einzelner Wörter ist in M sehr häufig. Bei Abweichungen in einzelnen Worten scheint F den kräftigeren, lebendigeren, also wahrscheinlich echten Ausdruck zu haben, z. B. S. 235: die Sarah ist nebisch יותר als ג' שני' אלמנה היי gesessen, wo M. gewesen hat. Ebenso S. 275. S. 255 hat F: secht, hier ligt ein hibsck darf’ während in M das secht fehlt S. 187 hat F. offenbar nach dem Original gestochen*gesteckt, das der Schreiber von M wohl darum in gestossen korrigiert hat, um sich die ihm fremde niederdeutsche Form verständlich zu machen. Ob die Verschlimmbesserung des nd. zusamen geschrapt in ־gespart S. 31 dem Herausgeber oder dem Schreiber von F zur Last zu legen sei, lässt sich nicht entscheiden, da Kaufm. seine Textverbesserungen den Varianten aus F gegenüber nicht deutlich genug bezeichnet. Wahrscheinlich ist das erstere der Fall, da diese Stelle in die S. VIII erwähnte Lücke von F fallen dürfte. Wichtig für das Verhältnis der Handschriften ist von den oben aufgezählten Stellen die S. 220, wo der Satz: ist באמת ein רבוי סהורות תוך sein gewdb gewesen, in M ausgefallen ist, weil der vorhergehende Satz: bin ich mit בני in sein gewdb gewesen, mit denselben Worten schiiesst. In F steht aber im ersten Satze statt gewesen: gangen, es müssen also M und F verschiedene Vorlagen gehabt haben. Auch die Stelle S. 304 scheint darauf hinzudeuten, dass die Vorlage von M: hat sehr gebeten, gehabt habe, während es in der von F gelautet haben muss: hat er sehr angefangen zu bitten. Nach, den wenigen im vorstehenden gewonnenen Anhaltspunkten dürfte man geneigt sein, F für die korrektere und trotz des Zeugnisses des Chaim Hamei dem Original näher stehende Abschrift zu halten. Man darf jedoch nicht vergessen, dass K. nur diejenigen Varianten angeführt hat, wo ihm F den besseren Text zu bieten ״schien. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass F andererseits Fehler besitzt, von denen M frei ist. Zu den vorerwähnten Hindernissen der Erkenntnis der Sprache gesellen sich noch andere, die dem Herausgeber nicht zuzurechnen sind. Vor allem die unglückselige Schreibung mit hebräischen Buchstaben, deren sich unsere Handschriften wie alle jüdischdeutschen Handschriften und Drucke bedienen und die zu einer unzweideutigen Wiedergabe der deutschen Laute so ungeeignet als möglich ist. Diese Schreibung lässt es in vielen Fällen zweifeihaft, ob man a oder o, o oder u, e oder i zu lesen hat״, die gerade