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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 1 (1901) Heft VII · p. Seite 16

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
1 (1901) Heft VII
Date
1901-01-01
Page
Seite 16 (sequence 17)
Language
German
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16 fand im Jahre 1687 statt und in einem Anhänge wird noch eine zweite Aufzeichnung darüber, die des Samuel b. Meir Hekscher, mitgeteilt. Glückei selbst erzählt alle diese und ähnliche Geschichten nur nebenher, die Hauptsache bildet für sie ihr Heim und ihre Kinder, für die sie mit innigster Liebe und Treue sorgt. Aus diesem Grunde mag gerade in diesem Abschnitt ihres Lebens und ihrer Schriften manchem Leser sie und ihre Arbeit etwas prosaisch erscheinen ־, es fehlen hier sowohl das falsche Pathos des ersten Buches wie die zuweilen so reizenden und entzückenden Schilderungen ihrer Jugend- und Ehejahre, aber bei näherem Zusehen entdeckt man doch, wie rührend und wie bewundernswert ihr Aufgehen in ihre mannigfachen Pflichten ist und wie gross ihre künstlerische Veranlagung gewesen sein muss, wenn sie trotz aller Mühe, trotz aller Arbeit ihre Aufzeichnungen fortsetzte und so ein beachtenswertes Werk schuf, zu dem jeder anderen, nur geschäftlich tüchtigen Frau, sowohl die Lust als auch die Ausdauer gefehlt hätten. Eine seltsame Geschichte erzählt die Glückei gegen Ende des fünften Buches und sie sagt ausdrücklich, dass sie sich jedes Urteils über diese wunderbare Begebenheit enthalte und die That- Sachen nur so mitteilt, wie sie sich zugetragen haben. Bella Cohen, die Gattin eines angesehenen und gelehrten Mannes, Berend Cohen, war schwer krank und lag im Sterben. Sie liess zwei Männer, Anschel Hamburg und Samuel Orgels, zu sich kommen und vor ihnen musste ihr ihr Mann versprechen, falls sie sterbe, die Waise Glückei zu heiraten, die eine Nichte und Pflegetochter des Ehepaares war. Berend Cohen sagte alles zu, die beiden Zeugen entfernten sich und nach einiger Zeit starb Bella Cohen. Der Witwer zögerte nun, sein Versprechen zu erfüllen und die Waise Glückei zu heiraten, trotzdem ihn die beiden Zeugen und die Verwandten seiner verstorbenen Gattin mahnten und drängten. Endlich, nach vielen Ausreden erklärte Berend Cohen, er könne die Glückei nicht zur Frau nehmen, er wolle ihr aber eine reichliche Mitgift geben und sich bemühen, sie zu versorgen, wenn sie ihm sein Wort zurückgeben wolle. Seine Vor- Stellungen und Bitten waren vergeblich, die Waise pochte auf ihr Recht, die Verwandten zürnten ihm, und er konnte sich zu dieser Heirat dennoch nicht entschliessen. Als man in Hamburg erfuhr, Berend Cohen wolle die Glückei nicht heiraten, wurden dem Witwer viele Mädchen angetragen, unter ihnen auch Freudehen, die Tochter der Glückei von Hameln. Allein Berend Cohen hatte schon längst gewählt, sein Herz gehörte Tewele Schiff’s Tochter, und nachdem er noch oft vergehlieh versucht hatte, sich mit der Waise Glückei zu verständigen,

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